Die Bra Boys waren eine Surfgang aus Sydney, um genauer zu sein aus dem Vorort Maroubra. Bra bezieht sich nicht auf einen Büstenhalter sondern einerseits auf den Namen des Vororts, zum anderen ist es eine Referenz zu dem Slangwort für „Brother“. Einige Gang Mitglieder haben den Satz „My Brother’s Keeper“ auf die Brust tätowiert, Bra Boys und die Postleitzahl Maroubras „2035“ auf dem Rücken.Mit den Jungs  war nie gut Kirschen essen, sie bestimmten wer in Maroubra surfen durfte und wer nicht, der Reef Break „Cape Solander“ wurde von der Gang ganz bescheiden in „Ours“ umbenannt. Fremde Surfer lernten schnell, dass sie hier nichts verloren hatten, oft wurden sie durch schlagkräftige Argumente überzeugt.

Bra Boys bekannteste Mitglieder

Zu den bekanntesten Mitgliedern zählen neben den Rugby League Spielern Reni Maitua und John Sutton vor allem die Abberton Brüder Sunny, Jai, Dakota und Koby wobei sich die Strafakte des letzteren liest, wie die Einkaufsliste einer Großfamilie.

Die Abberton Brothers waren ausgezeichnete Surfer – Kobe besiegte Kelly Slater in der Maroubra Beach Open – er bekam für den Contest Freigang aus dem Gefägnis

Bra Boys ein Haufen Kriminelle?

So waren 2002 im Rahmen einer Weihnachtsfeier rund 120 Gang Mitglieder in eine Massenschlägerei mit der Polizei verwickelt bei der mehrere Polizisten unter anderem schwer verletzt wurden. 2005 wurde Jai Abberton von einer Mordanklage freigesprochen, den er 2003 an Anthony Hines begangen hat (er plädierte auf Notwehr und bekam Recht).

2009 wurde eine kriminelle Vereinigung mit engen Verbindungen zu der Surf-Gang des organisierten Kokainhandels überführt.

Bra Boys und die Cronulla Race Riots

Das vielleicht dunkelste Kapitel Australiens Geschichte. Australische Lifeguards wurden in Cronulla Beach von Jugendlichen mit Wurzeln aus dem Mittleren Osten verprügelt. Die Reaktion war erschreckend: tausende Australier begaben sich auf die Straßen und verprügelten Menschen aus dem Mittleren Osten.

Diese Bilder gingen um die Welt.

Einige Mitglieder der Gang beteiligten sich mutmaßlich an den Attacken wofür auch Koby Abbertons Aussagen sprechen, entnommen aus einem Interview das er damals dem Daily Telegraph gab:

The reason why it’s not happening at Maroubra is because of the Bra Boys. Girls go to Cronulla, Bondi, everywhere else in Sydney and get harassed, but they come to Maroubra and nothing happens to them. I read all this stuff about kids getting harassed because they want to have a surf and I say ‚are you kidding?‘ The beach should be for Aussie kids. But if you want to go to beaches and act tough in groups you better be able to back it up. If these fellas come out to Maroubra and start something they know it’s going to be on, so they stay away.“

Heute bestreitet Koby Abberton eine Beteiligung der Gang vehement. Es sei jedoch auch erwähnt, dass die Aufstände nicht zuletzt wegen den Bra Boys ein schnelles Ende fanden. In Verhandlung mit dem Comanchero Motorcycle Club, der viele libanesische Mitglieder zählte, schlossen die Bra Boys einen inoffiziellen Friedensvertrag.

Bra Boys: Blood is thicker than water

Die preisgekrönte Dokumentation aus dem Jahr 2007, der kein geringerer als Russel Crowe seine Erzählstimme lieh, ist zwar sehenswert, jedoch auch mit kritisch zu beäugen. Produziert wurde der ganze Spaß nämlich von Sunny Abberton und Macario de Souza, beides Gründungsmitglieder der Gang. Und so werden die schweren Jungs doch schöner gemalt als sie sind: als von der Gesellschaft missverstandene Aussenseiter, die böse Dinge tun, weil ihre Mama und ihr Papa nicht nett genug zu ihnen war. Die Option der freien Entscheidung wird weiträumig ausgeblendet. Nichtsdestotrotz empfehlenswert.

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