Schritt 2: Volumen

Es ist erst ein paar Jahre her, da sprach noch kein ernsthafter Shaper vom Volumen seiner Boards. Länge, Breite und Dicke war alles, worum es ging. Tja, diese Zeiten sind vorbei. Heute kennt fast jeder Surfer das Volumen seines Boards haargenau. Im Prinzip ist es ganz einfach:

Wenig Volumen:

Boards mit wenig Volumen reagieren sehr sensibel und verlangen nach einem hohen Surfniveau. Da sie tiefer im Wasser liegen und nur mit sauberer Technik richtig ins Gleiten kommen. Wer es beherrscht, kann aber jeden Turn mit einer Menge Power ausführen.

Kolohe Andino wiegt 75 Kilo und bestellt seine Boards mit einem Volumen von 26.6 Litern.
Kolohe Andino wiegt 75 Kilo und bestellt seine Boards mit einem Volumen von 26.6 Litern.

Zu wenig Volumen:

Boards mit zu wenig Volumen sind extrem schwer zu paddeln, fühlen sich beim Surfen instabil an und scheinen einfach nicht auf Tempo zu kommen.

Viel Volumen:

Boards mit viel Volumen sind sehr entspannt und leicht zu surfen. Sie nehmen schnell Fahrt auf und fühlen sich unter deinen Füßen superstabil an. Abstriche muss man dafür in Sachen Performance machen.

Wie viel Volumen brauchst du?

Der entscheidenste Faktor bist tatsächlich du selbst. Je mehr du wiegst, desto mehr Volumen braucht dein Board. Je besser du surfst, desto weniger Volumen darf dein Board haben. Diese Tabelle kann dir dabei einen ganz guten Anhaltspunkt für dein ideales Boardvolumen geben.

Das eigene Können macht einen großen Unterschied. So braucht ein Anfänger mit 70 Kilo Köpergewicht 49 Liter Boardvolumen. Ein durchschnittlicher Surfer mit 70 Kilo aber nur 28 Liter.
Das eigene Können macht einen großen Unterschied. So braucht ein Anfänger mit 70 Kilo Köpergewicht 49 Liter Boardvolumen. Ein durchschnittlicher Surfer mit 70 Kilo aber nur 28 Liter.

Volumenfeintuning:

Auch die Wellengröße, die du bevorzugst, macht einen Unterschied. „Foam is your friend“, sagte einmal Stylemaster Rob Machado und sprach dabei über Surfspaß in kleinen Wellen. Denn etwas mehr Volumen kann bei einer Session in hüfthohen Wellen den Unterschied zwischen totalem Spaß und absolutem Frust machen. Wenn du dagegen ein Board für kopfhohe indonesische Perfektion suchst, kannst du etwas weniger Volumen wählen. Die Wellen haben genug Kraft, dir auch dann noch ausreichend Schub zu verpassen. Für ein und denselben Surfer kann der Volumensunterschied zwischen einem Board für kleine Wellen und einem Board für Perfektion von zwei bis zu vier Liter betragen.

Surfst du nur solche Wellen, kommst du mit weniger Volumen im Board aus. Credit: WSL
Surfst du nur solche Wellen, kommst du mit weniger Volumen im Board aus. Credit: WSL

Ebenfalls bedenken solltest du die Wassertemperatur. Surfst du im dicken 5-Millimeter-Neo, dann nimm lieber zwei Liter mehr, als wenn du nur Surftrips in die Tropen unternimmst. Zwei Liter mehr schaden übrigens auch nicht, wenn im letzten halben Jahr vor dem Surftrip dein Sportprogramm aus Fußballübertragungen bestand.

Aber wie lang, breit und dick muss dein Board sein. Auf der nächsten Seite findest du die Antwort.