UPDATE: Am 10. Februar gegen 19 Uhr startet der Quiksilver in Memory of Eddie Aikau – zum ersten Mal seit sechs Jahren! Alles Wissenswerte zum Contest erfahrt ihr hier.

Am 1. Dezember begann die Waiting Period für den Quiksilver in Memory of Eddie Aikau Contest. Seitdem warten alle nur darauf, dass ein 20-Fuß-Swell die Waimea Bay an der North Shore zum Kochen bringt, um sich auf ihren 9-Fuß-Guns Hueys geballter Kraft zu stellen. Doch was hat Eddie Aikau eigentlich vollbracht, dass 37 Jahre nach seinem Tod immer noch ein Big Wave Contest zu seinen Ehren abgehalten wird? Wir haben nachgeforscht…

Illustration: Daria Malek

Wie ist Eddi Aikau gestorben?

Was mag er gedacht haben, als er auf seinem Surfboard allein in die stürmische See hinaus paddelte, um Hilfe zu holen? Hinter ihm lag ein gekentertes Boot und Menschen, die sich verzweifelt daran festhielten, fast am Ende ihrer Kräfte.

Erst am Vorabend war der 31-jährige Surfer und Rettungsschwimmer Eddie Aikau mit anderen Freiwilligen zu einer Reise in die Vergangenheit aufgebrochen, die von der Polynesian Voyaging Society organisiert worden war: Mit einem Hokule’a, einer Art Katamaran, mit dem schon ihre polynesischen Vorfahren die Ozeane überquert hatten, wollten die Expeditionsteilnehmer von Hawaii nach Tahiti segeln.

 

30 Tage sollte die Reise dauern, doch schon in der ersten Nacht geschieht die Katastrophe.

Die Reise nach Tahiti

30 Tage sollte die Reise dauern, doch schon in der ersten Nacht geschieht die Katastrophe. 15 Meter hohe Wellen und Orkanböen setzen dem Katamaran so zu, dass einer der beiden Rümpfe dem Druck nicht länger standhält – er bricht auf und das Boot kentert.

Der nächste Morgen

Der Sturm tobt die ganze Nacht und als die Sonne endlich aufgeht, sind die Expeditionsmitglieder so unterkühlt und geschwächt, dass niemand mehr daran glaubt, das Abenteuer zu überleben.

Eddie Aikaus Gedenktafel.
In der Erinnerung ist Eddie Aikau die Idealvorstellung eines echten Hawaiian Waterman. Foto: Quiksilver

Eddie Aikau versucht Hilfe zu holen

Nur ein Mann ist nicht verzweifelt: „Keine Sorge, ich hole Hilfe“, überzeugt Eddie Aikau den Kapitän, bevor er sich am Vormittag des 17. März 1978 von der Crew verabschiedet und mit kräftigen Armzügen Richtung Osten paddelt, wo er etwa 20 Kilometer entfernt die Insel Lanai vermutet.

Einige erinnern sich, dass er die Rettungsweste nach einigen hundert Metern wegwirft, weil sie ihn beim Paddeln auf dem Surfboard zu behindern scheint. Zurück bleiben verängstigte Menschen, deren letzte Hoffnung auf Rettung gerade als kleiner Punkt am Horizont entschwindet. Sie fassen sich an den Händen und sprechen ein Gebet.

Noch am Abend des selben Tages entdeckt ein Flugzeug die Schiffbrüchigen – ein glücklicher Zufall, denn Eddie Aikau hat die Küste nie erreicht. Was folgt, ist die größte Suchaktion in der Geschichte Hawaiis nach einem Mann, der schon immer selbstlos sein Leben für andere aufs Spiel gesetzt hatte.

 

In den 60er und 70er Jahren bewahrte er hunderte Schwimmer und Surfer vor dem Ertrinken.

 

Eddie Aikau der erste offizielle Rettungsschwimmer an der North Shore

Eddie Aikau war der erste offizielle Rettungsschwimmer an der North Shore: In den 60er und 70er Jahren bewahrte er nicht nur hunderte von Schwimmern und Surfern vor dem Ertrinken, es gab dort während seiner Zeit als Lifeguard auch keinen einzigen Todesfall. Sogar seine freien Tage verbrachte Eddie an seinem „Arbeitsplatz“, Waimea Bay. Allerdings tauschte er dann sein breites Rettungsboard gegen ein schnittiges Gun, und schon bald eilte ihm der Ruf eines begnadeten Big-Wave-Surfers voraus.

Eddie Aikau der Surfer

„Er war dazu geboren, große Wellen zu reiten“, erzählt sein jüngerer Bruder Clyde, „und einer der ersten, die Waimea bei mehr als 40 Fuß surften.“ Schon damals galt das Motto „Eddie would go“, wenn riesige Brecher in die Bucht rollten und viele Surfer das Spektakel nur staunend vom Strand aus beobachteten. Nicht so Eddie, er saß immer im Line Up.

Eddie Aikaus Gedenktafel.
Eddie Aikaus Gedenktafel. Foto: Quiksilver

Heute ist der berühmte Satz der offizielle Schlachtruf für den Quiksilver in Memory of Eddie Aikau, ein Wettbewerb, der seit 1986 in Gedenken an den verschwundenen Big-Wave-Surfer stattfindet und immer nur dann ausgetragen wird, wenn die Wellen mindestens sieben Meter hoch sind.

Eddie Aikau und das Leben nach dem Tod

„Erst ab dieser Größe hatte Eddie richtig Spaß im Wasser“, erklärt Clyde, der acht Jahre nach dem Tod seines Bruders den ersten Contest gewann. „Aber das lag nicht allein an mir“, ist Clyde überzeugt.

„Während meines Heats tauchten plötzlich zwei Schildkröten neben mir im Wasser auf, die sich eigenartig benahmen. Sie starrten mich an und schienen mich aufzufordern, ihnen zu folgen. Ich paddelte hinterher und entfernte mich immer mehr von den anderen Surfern, als plötzlich die Welle des Tages auf mich zukam. Ich surfte sie, paddelte zurück und dort warteten erneut die beiden Schildkröten auf mich.

So ging das noch zwei oder drei Mal an diesem Tag – ich bekam die besten Wellen und das bescherte mir den Sieg. Für mich ist klar, dass eine der Schildkröten Eddie war und die andere mein Freund Jose Angel, der nur wenige Monate nach meinem Bruder starb.“

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod spielte bei den Aikaus, in deren Stammbaum sich  hawaiianische Hohepriester finden, schon immer eine große Rolle. „Mein Vater glaubte, dass wir in anderen Lebewesen oder Dingen weiterleben und hat diesen Glauben an uns Kinder weitergegeben“, erklärt Clyde.

 

Hat Eddie vielleicht sogar geahnt, dass er sterben muss?

Ahnte Eddie Aikau seinen Tod voraus?

Hat Eddie vielleicht sogar geahnt, dass er sterben muss? Immerhin verfasste er vor der Expedition sein Testament. „Ich glaube nicht, dass Eddie seinen Tod vorhergesehen hat“, meint sein Bruder Clyde. „Aber vielleicht wusste er in dem Moment, als er sich von der Crew verabschiedete, dass alle Zeichen gegen ihn stehen – Sturm, 15 Meter hohe Wellen und starke Strömung.

Eddie war ein erfahrener Rettungsschwimmer und ihm war bestimmt bewusst, dass er sich in eine extrem gefährliche  Situation begeben würde. Aber er sah auch, dass die anderen Angst hatten. Seit mehr als 20 Stunden trieben sie bereits im Wasser, alle waren stark unterkühlt, es gab kein Essen, kein Funkgerät. Eddie tat einfach das, was er schon immer getan hatte – er versuchte, Menschenleben zu retten.“

Foto: Quiksilver

Wie groß die Chancen stehen, dass der Quiksilver In Memory of Eddie Aikau Contest 2015/ 16 bald „on“ ist, erfahrt ihr hier!

Illustration: Daria Malek

 

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EDDIE WILL GO!!!

Weiterführende Links zu Eddie Aikau:

Wikipedia 
Eddie Aikau – Wikipedia
Die Website vom Aikau Big Wave Contest
The Eddie Aikau Big Wave Invitational

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