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The Surfdeck Stade: erster Wavepool für Deutschland?

Der erste Wavepark Deutschlands wird nicht wie bisher vermutet in München oder Berlin eröffnen, sondern im beschaulichen Stade, ca. 100 Kilometer südwestlich von Hamburg werden 2023 die ersten künstlichen Wellen durch Deutschland laufen.

Die Brüder Jan und Dirk Podbielski aus dem Alten Land eröffnen 2023 unter dem Namen “The Surfdeck” den ersten Wavepark Deutschlands. Als Baupartner wählten die Brüder die spanische Firma Wavegarden, die bereits mehrere Wavepools weltweit installiert haben, unter anderem auch die beiden ersten öffentlichen Wavepools Europas in Bristol und Wales. Jedoch kümmern sich die  die Spanier nur die technische Details und Designfragen, die bauliche Umsetzung übernehmen lokal ansässige Firmen. Wie genau der Wavepool aussehen soll wenn er fertig ist?

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2 The Surfdeck Stade Gründer Interview

Hier ein paar Fakten zum Projekt The Surfdeck in Stade

Surfpark:

– 20.000 m2 (2 ha) große Surf-Anlage
– ca. 60.000 m2 (6 ha) großes Grundstück
– ca. 1.500 m2 großes Hauptgebäude
– Bestandteile des Surfparks: Surf-Schule, Surf-Shop, Café, Restaurant und Bar, Eventlocation, Boulderwand, Beach-Volleyball, Abenteuer-Spielplatz, Kursangebot Yoga uvm.

Technologie:

– Hersteller: Wavegarden, Spanien
– Bis zu 1000 Wellen pro Stunde; 500 linke und 500 rechte Wellen
– Wellenhöhe und Form auf Knopfdruck einstellbar
– Wellenhöhe von 0,5 bis annähernd 2 Meter

Wavegarden:

– Lieferant, Hersteller, Erfinder von Surf-Anlagen
– Weltweit 30 Projekte in Planung, die durch Wavegarden mit Planungsleistungen und der Surf-Anlage beliefert werden
– Zwei Anlagen dieses Typs wurden bereits eröffnet: „The Wave“ (Bristol/Großbritannien), URBNSURF“ (Melbourne, Australien)
– Drei weitere Wavegarden Cove Anlagen sind im Bau (Südkorea, Schweiz und Brasilien)

The Surfdeck
Nikki Van Dijk lässt es in Melbourne ordentlich spritzen. In drei Jahren dann vielleicht auch in Deutschland. Pic: Adam Gibson

Anbindung:

– 6 km Luftlinie Entfernung vom Stadtzentrum Stade
– 18 km Luftlinie Entfernung Stadtgrenze Hamburg
– 57 km Luftlinie Entfernung Stadtgrenze Bremen
– 60 km Entfernung Stadtgrenze Cuxhaven
– Weniger als eine Autostunde von Hamburg entfernt
– Hamburger S-Bahn Anschluss sowie Regionalbahn (inkl. Shuttle-Service)

The Surfdeck
Diese Vorschau ihrer Wavepools gibt Wavegarden standardmässig raus. Aber so in etwa wird es wohl in Stade aussehen. Oder auch nicht. Lassen wir uns überraschen.

 

 

 

Wir haben die beiden Gründer-Brüder des Surfdecks interviewt und mit ihnen über Nachhaltigkeit von Surfparks, wachsende Konkurrenz und ihre Surfkills geredet. 

 

The Surfdeck Stade Gründer Interview

The Surfeck
Christoph Zingelmann, Dirk Podbielski, Jan Podbielski, Florian Laudon Foto: Valentin Ammon

 

 

Hallo Jan und Dirk, ihr seid Brüder. Hand aufs Herz, wer von euch beiden ist der bessere Surfer?

Ganz ehrlich, wir sind beide weit davon entfernt gut zu sein. Die Frage müsste eher lauten, wer ist weniger schlecht. Hier in Hamburg fehlen einfach die richtigen Bedingungen, um regelmäßig zum Surfen zu kommen. Und beruflich fehlt auch einfach die Zeit, um groß auf Reisen zu gehen.Dieses Leiden war in der Tat der Auslöser dafür, warum wir uns vor einigen Jahren zum ersten Mal mit dem Thema Waveparks beschäftigt haben.

Wir haben uns mal mit einem surfenden CEO einer Unternehmensberatung unterhalten, der vor ca. 15 Jahren  in Erwägung zog, einen Wavepark im Großraum München zu bauen. Er ließ aber schnell die Finger von dem Projekt, weil ihm das finanzielle Volumen des abschreckte. Wie viel schlaflose Nächte hat euch das Surfdeck in Hamburg gekostet?

In der Zwischenzeit ist viel passiert, allein schon durch die neue Cove-Technologie von Wavegarden. Diese bietet auf der einen Seite eine bessere Wellenqualität hinsichtlich unterschiedlichen Wellenhöhen, Wellentypen und Frequenz, um Surfer verschiedener Altersgruppen und Erfahrung gute Surfbedingungen zu bieten. Auf der anderen Seite lässt diese neue Technologiegeneration eine höhere Besucherkapazität zu. Dieses Paket an Innovationen macht den Betrieb eines Surfpark auch finanziell interessant.Generell verfügen wir über einen gesunden Schlaf. Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass wir in der Projektentwicklung nicht nur Schritte nach vorne gehen, sondern auch mal einen Schritt zurück machen und einen Umweg gehen müssen. Dies war uns aber auch schon, bevor wir das Surfpark Projekt angegangen sind, bewusst.

Jan ist Physiker, Dirk Betriebswirt. Hat sich eure Aufgabenteilung am Studienabschluss orientiert?

Schwerpunktmäßig ist es so, dass Jan sich um technische und genehmigungsrelevante Themen kümmert und Dirk sich den finanziellen Aspekten annimmt. Eine harte Trennung der Aufgabenbereiche gibt es allerdings nicht, da wir uns in allen wichtigen Themen abstimmen müssen.

Der erste öffentliche Wavegarden entstand in Snowdonia Wales, der zweite in Bristol. Einige Surfer die wir nach einem Ausflug nach Bristol befragt haben, beklagten sich vor allem über die schneidende Kälte in den Wintermonaten. Wäre es nicht rentabler, einen Wavepool in Südeuropa zu betreiben?

Generell sind die norddeutschen Surfer und Surferinnen hart im Nehmen. Wer im Dezember mal an die Nord- oder Ostsee fährt, kann sich ein Bild davon machen, wie viele Surfer auch bei kälteren Temperaturen im Wasser sind. Aber natürlich berücksichtigen wir die Saisonalität, in dem wir natürlich eine geringere Auslastung in den Herbst- und Wintermonaten einplanen, bis hin zu einer Schließung des Parks im Januar und Februar.Auch mit der Architektur der Gebäude wollen wir den kälteren Monaten im Jahr Rechnung tragen. Das Hauptgebäude wird so konzipiert, dass es eine wohlige und warme Atmosphäre verspricht. Nach dem Surf kann man in einer entspannten Umgebung einen Kaffee oder ein Bier trinken und den Surf Revue passieren lassen.

Ist die Norddeutsche Surfszene groß genug für ein profitables Geschäft in Stade oder seit ihr auf “Surftouristen” angewiesen?

Die norddeutsche Surfszene ist relativ groß, vor allem wenn man die Gruppe an Wind- und Kite-Surfern hinzuzählt. Viele Kite- und Windsurfer stellen sich im Urlaub auch gerne auf ein Surfboard, können dies allerdings in Norddeutschland mangels guter Bedingungen nur selten machen. Mit der guten Anbindung von Stade an Hamburg haben wir mit unserem Standort zudem den Vorteil, dass wir für „Hamburg-Touristen“ als Tagesevent interessant sein können.

Ihr habt mit Florian Laudon und Christopher Zingelmann die zwei Gründer der Island Collective Agentur mit an Board geholt. Wie kam der Kontakt zustande, wieso die Zusammenarbeit?

Der erste Aufschlag kam von Christoph, der Jan nach einem ersten Presseartikel vor zwei Jahren kontaktiert hatte. Wir haben schnell festgestellt, dass wir alle Vier auf einer Welle liegen und uns gut ergänzen können.Wir, Jan und Dirk, kommen aus der Projektentwicklung und -management von Windprojekten, verfügen aber selbst über keine professionelle Expertise in den Bereichen Marketing & Kommunikation. Florian und Christoph bringen dies über ihre Erfahrung von 15 Jahren Island Collective mit und sind begeisterte Wellenreiter. Also für uns eine perfekte Kombination.

Das Surfdeck eröffnet ein Jahr später als ursprünglich geplant. Was waren die größten Stolpersteine in der Realisierung?

Diesen einen großen Stolperstein gibt es bislang nicht. Vielmehr sind es viele einzelne Hürden, die man auf dem Weg nehmen muss. Dazu kommt, dass die Entwicklung eines Surfparks nun wirklich kein Standard-Bauprojekt darstellt, für das man einen standardisierten Termin- und Ablaufplan als Grundlage nehmen kann. Viele Themen sind einfach neu – für uns und für die beteiligten Behörden.

20 Millionen ist eine stolze Summer für eine Freizeitanlage. Wann amortisiert sich der Surfpalast?

Dies hängt von vielen Parametern ab, so dass eine pauschale Antwort hier zu kurz gegriffen wäre. Insbesondere hängt die Amortisationszeit von den Finanzierungskonditionen ab. Wir denken, dass wir insgesamt ein attraktives Konzept entwickelt haben, was sowohl Investoren mit interessanten Erlöspotentialen überzeugt als auch zukünftige Besucher begeistert. Für uns ist es essenziell wichtig, dass wir dabei das Gleichgewicht halten
zwischen finanziellen Renditeanforderungen und die Akzeptanz und das Wohlbefinden unserer Besucher. Bei keinem Besucher soll das Gefühl entstehen, in einem Konsumtempel angekommen zu sein. Genau das Gegenteil haben wir konzipiert.

In Deutschland sind auch in Berlin und in München konkrete Projekte geplant, von beiden wurde schon vor Stade berichtet. Glaubt ihr das sie vor euch öffnen?

Da wir keine Details zu den Planungen dieser Projekte kennen, können wir leider keine Einschätzung dazu geben. Wir wünschen ihnen viel Erfolg. Hoffentlich gibt es bald mehrere Surfparks in Deutschland.

Schweiz, Spanien, England, Wales, verschiedene Projekte in Deutschland. Wie viele Waveparksverträgt Europa? Belebt die Konkurrenz das Geschäft oder fürchtet ihr euch vor zu vielen Projekten?

Generell sehen wir immer zunächst das Positive. Je mehr Waveparks entstehen, desto höher wird auch allgemein der Bekanntheitsgrad von Waveparks, was allen zugute kommt.So ein Wavegarden verschlingt sehr viel Energie.

In wohl keiner Szene wird das Wort Nachhaltigkeit so gebetsmühlenartig wiederholt wie in der Surfszene. Glaubt ihr die Szene geht auf die Barrikaden?

Wir sind uns bewusst, dass Nachhaltigkeit und Surfen miteinander einhergehen. Daher versuchen wir in unseren Entscheidungen stets zu berücksichtigen, wie wir möglichst Ressourcen schonend den Surfpark realisieren und betreiben können, nicht weil wir müssen, sondern weil es für uns ein persönliches Anliegen ist. Wir haben nahezu unser ganzes bisheriges Berufsleben im Erneuerbaren Energiesektor gearbeitet und sind auch heute noch in diesem Bereich parallel aktiv. Um konkret zu werden, heißt das in Bezug auf das Thema Energie, dass beispielsweise die neue Cove Technologie von Wavegarden es uns finanziell erlaubt, neben der Errichtung von eigenen Photovoltaik-Anlage auch grüne Energie einzukaufen, um den Surfpark zu betreiben. Dies wird exemplarisch nur ein Element von vielen aus unserem Nachhaltigkeitskonzept sein.Wir wollen heute und in Zukunft an diesem wichtigen Thema weiterarbeiten und sind immer offen für Kritik, Kommentare und Anregungen.

Kommt ihr selbst noch zum Surfen seit ihr das Mammutprojekt angegangen seid?

In der Tat fehlt dafür leider die Zeit. Letztes Jahr haben wir insgesamt eine Woche Urlaub in Schweden gemacht. Aber uns ist bewusst, dass das eher Klagen auf sehr hohem Niveau ist, wenn man ansonsten die einmalige Chance hat, einen Surfpark zu bauen.

Wie ist die Resonanz der Einwohner von Stade auf das Projekt?

Die Rückmeldungen sind überwiegend positiv. Ehrlich gesagt, mehr als wir eigentlich erwartet haben. Dies mag unter anderem daran liegen, dass wir den Standort auch so gewählt haben, dass wir möglichst niemanden „stören“, d.h. die Fläche liegt weit entfernt von Wohngebieten und das zusätzliche Verkehrsaufkommen wird auch niemanden beeinträchtigen.

 

Falls ihr etwas über die Geschichte von Waveparks und das in Berlin geplante Projekt erfahren wollt, könnt ihr das hier nachlesen: https://prime-surfing.de/en/surf-era-berlin-bekommt-den-ersten-uebderdachten-wavepark-weltweit-pid37494/