Heute kommt unsere Friday Evening Wave von einer Inselkette mitten im Nordatlantik, wo Pudding aus Schweineblut gekocht wird.

Unsere Frau vor Ort war…

Aline Bock, die als Snowboarderin schon einen Weltmeistertitel im Freeriden holte und seit ein paar Monaten on the Road auf Wellenjagd in Europa ist. Was sie im September bei ihrem Stopp auf den Hebriden erlebte, erzählt sie aber besser selbst:

„Schottland stand schon seit längerem auf meiner To-Do-Liste, da ich gehört hatte, dass es landschaftlich einiges zu bieten hat und auch wellenmässig viel hergibt. Vor allem wenn man mit gutem Material für kaltes Wasser und eisige Temperaturen gerüstet ist. Ich bin ein großer Fan von Coldwatersurfing, denn es gibt für mich einfach nichts Besseres, als neue Spots zu surfen, die nicht überlaufen sind. So habe ich mich diesen Sommer entschieden, mit meinem Campervan gen Norden auf die Hebriden zu fahren, die Äußeren Hebriden, um genau zu sein. Das ist eine Inselkette im Atlantik vor der Westküste Schottlands. Die gesamte Inselkette ist 208 Kilometer lang, liegt rund 60 Kilometer vom Festland entfernt und verläuft in einem Bogen vom Butt of Lewis im Norden bis hin zu Barra Head im Süden.

Ja, das Wetter auf den Hebriden besticht nicht direkt durch Sonnenscheingarantie.
Ja, das Wetter auf den Hebriden besticht nicht direkt durch Sonnenscheingarantie.


Dort war ich mit zwei Freunden und ihrer kleinen Tochter unterwegs. Die drei kommen aus Aviemore, sind also Einheimische und haben sich ebenfalls für zwei Wochen einen Campervan ausgeliehen. Sie kannten die Gegend sehr gut und waren schon oft auf den Hebriden. Leider haben wir es nicht ganz so gut erwischt wie gehofft, da der Onshore uns einige Tage lang einige Nerven gekostet hat. Ein paar windgeschützte Buchten fanden wir aber dennoch und für die hat sich der Trip absolut gelohnt. Dieser eine Surfspot auf Harris war zum Beispiel megagut. Wir waren komplett allein im Wasser, die Sandbänke haben den relativ großen Swell gehalten und alles zusammen ergab eine unglaubliche energievolle Atmosphäre. Und außer uns war kein Mensch da!

Solosurfsessions mitten im Sommer dank Wassertemperaturen, die sich nach Winter anfühlen.
Solosurfsessions mitten im Sommer dank Wassertemperaturen, die sich nach Winter anfühlen.

Mit Blutpudding gegen die Kälte

Auf den Hebriden muss man mit viel Regen und auch Wind rechnen. Gummistiefel und eine gute bis sehr gute Regenjacke sind empfehlenswert. Das Wetter ändert sich aber alle 10 Minuten. Mein Ratschlag: Einfach abwarten bis der Regenguss vorbei ist – die wechselnden Lichtstimmungen sind der absolute Wahnsinn. Kulinarisch habe ich den traditionellen Black Pudding kennengelernt – ist absolut nicht mein Fall, aber sollte man mal probiert haben. Aber Vorsicht, falls ihr Vegetarier seid: Blutpudding ist eine Fleischspeise aus gebackenem Schweineblut. Er wird als Blutwursterzeugnis mit Getreideanteil definiert.

Und nach dem Surfen erstmal einen dampfenden Blutpudding!
Und nach dem Surfen erstmal einen dampfenden Blutpudding!

Dabei haben sollte man noch einen guten, dicken Wetsuit, Booties und Handschuhe, das Wasser ist definitiv nicht für Bikinisurfs geeignet.“

Aline ist seit Juli in ihrem Camper auf Europatour. Wer wissen will, was sie in Norwegen, Irland oder Frankreich erlebte, findet hier ihr digitales Tagebuch.

Und wer sehen will, wie der vielleicht beste Tag im September in Dänemark aussah, der kann das mit unserer Friday Evening Wave von letzter Woche.