Diese Woche sind wir an der Algarve, wo Stefan Heinrich die Beziehung zu einer ehemaligen Geliebten wieder aufgewärmt hat.

Fotos: Stefan Heinrich

Stefan Heinrich…

betreibt mit travelonboards einen der größten deutschsprachigen Surfblogs, hat außerdem den Surfguide Marokko geschrieben und verbrachte diesen Winter einige Wochen an der Algarve. Doch wie er dort eine alte Beziehung aufwärmte, erzählt er besser selbst:

„Früher was diese Welle eine meiner absoluten Lieblinge an der Algarve: Schnell, viel Power und bei Lowtide ziemlich hohl. Leider hat unsere Liebe etwas gelitten in letzter Zeit, denn der Surfspot betrügt mich inzwischen mit hunderten, wahrscheinlich sogar mit tausenden anderen Surfern. Darum surfe ich in dieser Bucht nicht mehr allzu oft – es ist hier einfach viel zu voll. Der Strand gilt als Swell-Magnet und ist nur knapp zehn Minuten mit dem Auto von Sagres entfernt – das zieht die Massen an wie das Licht die Fliegen. Außerdem ist der Strand einer der schönsten in ganz Südportugal. Hier kann die ganze Familie Spaß haben, während Mama oder Papa im Wasser sind. Und: Wenn die Wellen gut und groß sind, bieten die Locals eine absolute Show und die Felsen dienen als Tribüne für Schaulustige. Kurzum: Die Bucht ist der place-to-be und die Welle eine begehrenswerte Schönheit!

Die Schönheit zeigt ihre Schulter!!!
Die Schönheit zeigt ihre Schulter!!!

Ich war hier in diesem Winter wochenlang nicht surfen – aus Eifersucht und gebrochenem Herzen. Doch an diesem einem Tag vor ein paar Wochen dachte ich, ich gebe unserer Beziehung eine neue Chance. Und zwar genau dann, wenn es keiner erwartet! Der Forecast war nicht besonders gut – zu klein, zu viel Wind aus der falschen Richtung. Allerdings war die Wellenperiode gigantisch und ich wollte der guten alten Zeiten wegen meiner Ex nochmal eine Chance geben. Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass aus dem übriggebliebenen Funken Zuneigung vielleicht ja doch wieder mehr werden könnte. Und ich hatte Glück, ja sogar mehr als das! Die Wellen waren zwar nicht perfekt, aber in den Sets immerhin kopfhoch und mit ordentlich Druck. Zudem schien der Wind immer mehr nachzulassen, was die Schönheit meiner Welle nur noch hervorhob! Und das Beste war: Der schlechte Forecast hatte meine Nebenbuhler wohl verwirrt und sie von einem Besuch abgehalten. Im Lineup tummelten sich gerade mal eine Handvoll anderer Surfer – das kommt an diesem Spot so gut wie nie vor.

Dass eine aufgewärmte Beziehung so schön sein kann...
Dass eine aufgewärmte Beziehung so schön sein kann…

„Meine“ Welle und ich – wir verstanden uns wieder auf Anhieb, gerade so, als wäre nie etwas zwischen uns vorgefallen. Wir hatten drei Stunden lang Spaß miteinander, dann machte uns die Flut einen Strich durch die Rechnung und wir gingen einmal mehr getrennte Wege. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt? Ich hoffe, wir sehen uns jetzt wieder öfter – wahrscheinlich immer dann, wenn der Spot einsam ist und etwas Zuneigung von einem Ex gebrauchen kann.“

Und wer jetzt Lust hat, zu erfahren, wie sich der brandneue Surfspot zwischen Köln und Düsseldorf anfühlt, der kann das mit unsere Friday Evening Wave von letzter Woche.