Heute sind wir auf Island, wo Aline Bock diesen April erstaunlich gute Wellen in erstaunlich kaltem Wasser fand.

Fotos: Aline Bock

Ein eingespieltes Team

Die beiden Snowboardpros Aline Bock aus Deutschland und Anne-Flore Marxer aus der Schweiz waren schon oft zusammen auf der Jagd – sei es nach Pulverschnee oder Wellen. Diesen April hat es die beiden nach Island verschlagen, und Aline hat uns von ihrem Beutezug im hohen Norden erzählt:

Aline und Anne-Flore kurz vor dem Besuch eines isländischen Schwimmbads.
Aline und Anne-Flore kurz vor dem Besuch eines isländischen Schwimmbads.

Ein Plan mit kleinen Tücken

„Wir hatten zwei Wochen Zeit, ein Wohnmobil, Splitboards, Surfboards, einen Berg Neopren und einen guten Plan. Wir waren also auf alles vorbereitet, dachten wir zumindest. Denn der Plan basierte darauf, dass wir den Wetterbericht checken und uns dann je nach Vorhersage entweder für Berge oder Meer entscheiden. Klingt in der Theorie ja gut, doch funktioniert in der Praxis auf Island nicht. Das Wetter dort ist so launisch und wechselhaft, dass man nie weiß, was man bekommt. Und den Profis in den Wetterstationen scheint es nicht anders zu gehen. Ja, es wirkte fast so, als ob der Wetterbericht wirklich immer zu 100 Prozent falsch war. War Sonne angekündigt, regnete es und umgekehrt. Aber wir waren lange genug auf der Insel, um einige Tage auf unseren Splitboards in den Bergen sowie drei Tage beim Surfen zu erleben.

Für Splitboard-Touren waren die Temperaturen ideal.
Für Splitboard-Touren waren die Temperaturen ideal.
In Bezug auf Surfen lagen die Temperaturen dagegen eher am unteren Ende der Wohlfühlskala.
In Bezug auf Surfen lagen die Temperaturen dagegen eher am unteren Ende der Wohlfühlskala.

Surfen auf Island

„Es ist kalt, verdammt kalt. Das Wasser erreicht nur zwischen drei und acht Grad. Selbst mit Haube, Handschuhen und dickstem Neo war bei mir nach einer Stunde Schluss. Dann hatte die Kälte meinem Körper jegliche Energie entzogen. Aber in einer Stunde kann man auf Island eine Menge guter Wellen reiten. Wir surften da etwa einen Spot ganz im Norden, wo 2-Meter-Brecher endlos lang über ein Riff rollten. Dann sah die Vorhersage für die Südküste aber so genial aus, dass wir kurzerhand die komplette Insel durchquerten. Das hieß acht Stunden „on the road“. Als wir dann am nächsten Morgen aufwachten und voller Erwartung zum Ozean blickten, sahen wir, dass wir nichts sahen. Das Meer war flater als flat. Ich sage nur: Trau keiner Vorhersage auf Island. Am Ende bekamen wir aber dann doch noch Swell im Süden. Nicht ganz so groß wie im Norden, aber ebenso clean.“

Ein Tag im Van, an dem der Wetterbericht mit ziemlicher Sicherheit Regen und Schnee versprochen hatte.
Ein Tag im Van, an dem der Wetterbericht mit ziemlicher Sicherheit Regen und Schnee versprochen hatte.
Wer isländische Perfektion finden will, braucht etws Gedult.
Wer isländische Perfektion finden will, braucht etwas Geduld.

Der eigentliche Grund für die Reise

„Der Trip diente vor allem dem Zweck, Island für ein Filmprojekt auszukundschaften. Denn 2018 wollen wir wieder zurückkommen und einen Film zum Thema Frauenrechte und Gleichbehandlung drehen. Island ist nämlich auf diesem Feld absoluter Vorreiter.“

An einem Spot lagen tatsächlich Eisblöcke am Strand. Das war aber auch direkt vor einem Gletscher.
An einem Spot lagen tatsächlich Eisblöcke am Strand. Das war aber auch direkt vor einem Gletscher.

Im April 2016…

war Aline übrigens auf einer Surf/Freeride-Mission fernab ausgetretener Tourismuspfade am Nordrand der Insel Hokkaido in Japan. Was sie dort erlebte, könnt ihr hier sehen.

Und hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche auf das Thaa Atoll der Malediven, wo es an einem Spot plötzlich neue Hindernisse gibt.