Diese Woche sind wir in Australien, wo Mitte April ein wahrer Mutant von einer Welle brach und dabei versuchte, einem Surfer ein Bein auszureißen. 

 Foto: Trent Slatter

Wo?

Der Spot liegt in Westaustralien, heißt The Right und gehört sicher zu den brutalsten Slabs der Welt. Tatsächlich verdanken wir die Existenz dieses Spots einer geologischen Anomalie. Denn einen halben Kilometer vor der Küste ragt genau hier eine schmale Felsbarriere vom Meeresgrund weit nach oben bis knapp unter die Wasseroberfläche. Trifft ein großer Swell aus dem Indischen Ozean auf dieses Hindernis, steigt eine gurgelnde Wand aus Wasser aus dem Meer, die gleich mehrere Lippen auf einmal wirft. Die Ähnlichkeiten mit einer normalen Welle sind auf jeden Fall gering.

Der erste Ritt der Session für Mick war gleich die Bombe des Tages.
Der erste Ritt der Session für Mick war gleich die Bombe des Tages.

Wer?

Der Surfer ist der Australier Mick Corbett, der keinesfalls ein Superstar der Surfszene ist. Vielmehr könnte man Mick als Underground-Charger beschreiben, der abseits des Rampenlichts die gemeinsten Wellen surft, die der Ozean produzieren kann.

Der gleiche Ritt nochmals aus einer anderen Perspektive, die die Welle noch brutaler erscheinen lässt.
Der gleiche Ritt nochmals aus einer anderen Perspektive, die die Welle noch brutaler erscheinen lässt.

Wann?

Entstanden ist das Bild am 18. April. „Als wir im Lineup ankamen, rollte gerade das größte Set durch, das ich je in The Right gesehen hatte“, erzählt Mick. „Es war riesig. Tatsächlich war es sogar so groß, dass du in der Tube gar nicht mehr das Dach der Welle über dir gesehen hast – das war irgendwo außerhalb des Blickfeldes.“ Übrigens ist Mick nicht der einzige, der sich diesem Biest von einer Welle stellt. Tatsächlich wird es dort manchmal so voll, dass es schon zu Faustkämpfen im Lineup kam –  mehr dazu erfahrt ihr hier.

Happy End?

Nicht wirklich! Ein paar Ritte nachdem das Bild entstanden war, wurde Mick von einer Wellenlippe erwischt. Das Ergebnis war ein gezerrtes vorderes Kreuzband, ein gerissenes hinteres Kreuzband, ein kaputtes Innenband im Knie und wohl ein paar Monate voller Reha statt Surfsesseions.

Ein Ende, wie es sich Mick nicht gewünscht hat.
Ein Ende, wie es sich Mick nicht gewünscht hat.

Und hier geht’s zur Friday Evening Wave von letzter Woche ins Mittelmeer nach Mallorca, wo wir die ganze Insel auf der Suche nach Wellen umrundet haben.