Hawaii tröstet eine Mutter die um ihren toten Sohn trauert

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Stirbt ein Elternteil, so stirbt die Vergangenheit. Stirbt der Partner, stirbt mit ihm die Gegenwart. Doch wenn dein Kind stirbt, dann stirbt mit ihm die Zukunft. Elisabeth Erben erfährt am 8.1.2014 vom Tot ihres Sohnes Johannes und bekommt Trauerhilfe von unerwarteter Front. Ich traf Johannes bei einem Surftrip auf den Phillipinen und verbrachte drei extrem intensive Wochen mit diesem positiv verrückten Lebemann, nur wenige Monate bevor er starb.

Das Foto wude am Flughafen auf Siargao aufgenommen. Das letzte mal dass wir Johannes lebend gesehen haben.

Ich habe hier bereits ellenlange Texte über ihn getippt und wieder gelöscht, alle Worte die ich fand, wurden ihm nicht gerecht. Ich will deshalb an dieser Stelle ein Gedicht rezitieren, das den Johannes, so wie ich ihn kennen gelernt hab, am besten beschreibt, bevor seine Mutter Lisa euch an dieser herzerreissenden Chronik von Johannes Tot teilhaben lässt.

Was ich habe, will ich nicht verlieren, aber
wo ich bin will ich nicht bleiben, aber
die ich liebe will ich nicht verlassen, aber
die ich kenne will ich nicht mehr sehen, aber
wo ich lebe will ich nicht sterben, aber
wo ich sterbe, da will ich nicht hin
bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

Thomas Brasch

Elisabeth Erben über die letzten Tage mit ihrem Sohn

Am 6. Januar 2014 telefonierte ich, ohne dass ich es ahnte, zum letzten Mal mit meinem Sohn Johannes, bevor er zwei Tage später mit seinem Snowboard tödlich verunglückte….. Bereits zum zweiten Mal war er in der schönen Schweiz in Grindelwald als Saisonkraft auf der First beschäftigt, um sich die finanziellen Mittel für seine Traumausbildung zum Surflehrer zu erarbeiten.

Wir hatten noch wenige Tage vorher mit ihm telefoniert, weil wir ihn in der Schweiz besuchen wollten; es sollte ein Phillie Revival werden.

Aber erst im Nachhinein war das ursprünglich sehr sonderbare Gespräch am Telefon ganz eindeutig ein unbewusstes Abschiednehmen – es war geprägt von diversen Versprechen, die ich ihm geben musste… Wir hatten einen gemeinsamen Traum, eine Reise nach Hawaii, allerdings war seiner natürlich verbunden mit tollen Surferlebnissen, meiner das Wandern an der spektakulären Nordküste von Kauai. Johannes hat mich mindestens fünfmal sehr eindringlich gebeten, doch endlich meinen Traum zu verwirklichen und diese Reise zu buchen und war erst zufrieden, als ich es ihm versprach….. ich sollte Monate später wissen, warum.

Dieser verdammte achte Januar

Am 8.1.14 stürzte Johannes nach einem Sprung mit seinem Snowboard und beim Aufprall rissen beide Lungenflügel. Zwei Tage davor, also auch am 6. Januar, sprach er mit seinen zwei Freunden und Arbeitskollegen davon, falls er irgendwann sterben muss, möchte er auf seinem heißgeliebten Surfbrett oder mit dem Snowboard verunglücken.
Monate später traf ich seinen Freund Phil in Ingolstadt und erzählte diesem, dass ich aufgrund von dem Drängen von Johannes mein Versprechen eingelöst habe und eine Reise nach Hawaii im Februar 2015 gebucht habe.

Adu und Johannes

Daraufhin erzählte mir Phil sehr bewegt von einem Fernsehabend mit Johannes im Sommer vor seinem tödlichen Unfall, bei dem die beiden einen Film über Surfer auf Maui sahen.

Johannes und Phil

Dort wurde unter anderem ein sogenanntes Paddleout gezeigt, mit dem ein verstorbener Surfer geehrt und gewürdigt wurde. Als Johannes das sah, meinte er tief berührt und mit Tränen in den Augen, dass es wohl die größte Ehre für einen Surfer ist, wenn dieses schöne Ritual durchgeführt wird. Falls er mal sterben muß, wäre das sein größter Wunsch. Ich konnte nicht anders, als schließlich eine unbewusste spaktakuläre Verbindung zu unserem letzten Telefongespräch zu sehen. Kann es sein, dass seine Seele es geahnt hat???

Lisa macht sich auf den Weg nach Maui um Johannes letzten Wunsch zu erfüllen!!!!

Auf Maui lernte ich einen Lifeguard in der Ho’okipa Bucht kennen, der mir empfahl, einen Aushang mit Datum und Uhrzeit anzubringen, da es zu diesem Zeitpunkt ziemlich hohe Wellen gab und die größte Möglichkeit zur Durchführung eines Paddleouts morgens gegen 8 Uhr war. Es war ein Versuch, ich wollte jede Möglichkeit nutzen.

Die Roberson Brothers teilten ein Foto von Lisas Brief auf Instagram mit unglaublichen Folgen.

Auf der nächsten Seite lest ihr, was die Maui Communtiy wunderbares für einen Unbekannten gemacht hat