Hochsaison

Das ist definitiv die kalte Jahreszeit, wenn die großen Stürme im Nordatlantik toben und ihre Ausläufer bei uns vorbeischicken. In einem guten Winter kann man dann jede Woche sehr gute Wellen finden. Das Wasser kühlt im Februar und März dann aber auf bis zu vier Grad ab. Die Kälte ist allerdings kein großes Problem, wenn man eine gute Neoprenausrüstung hat. Schlimm ist im Winter nur der eisige Wind. Im Sommer kann man zwar hier regelmäßig surfen, die guten Tage sind dann nur seltener. Aber wenn es warm ist, haben wir auch in schlechten Wellen jede Menge Spaß.

Schnee am Strand ist kein Grund nicht zu surfen!
Schnee am Strand ist kein Grund nicht zu surfen!

Herausforderungen

Das Schwierigste ist zu wissen, was eine gute Forecast ist und wo man wann sein muss, um die besten Wellen zu finden. Wir haben viel Zeit auf der Straße und an der Küste verbracht, einige Misserfolge erlebt und dabei viel über die Wellen im Norden gelernt. Surfen ist hier leider eben auch ein Motorsport. Um die besten Wellen zu finden, muss man einfach mobil sein. Für surfbare Wellen müssen wir von Flensburg zum Beispiel zwischen einer und vier Stunden fahren, und die besten Wellen sind leider oft auch noch die mit der weitesten Anfahrt.

Enttäuschungen

Wir selbst werden nur noch selten enttäuscht – eben weil wir seit Jahren an Nord- und Ostsee unterwegs sind und dabei viel Erfahrung gesammelt haben. Wenn wir jetzt losfahren, finden wir meistens auch surfbare oder gute Wellen. Enttäuschend kann es aber sein, wenn wir mit zu großen Erwartungen starten und die beste Sandbank der letzten Wochen plötzlich nicht mehr funktioniert. Flat ist es zum Glück nur ganz selten. Hin und wieder kommt es vor, dass die Wellen dann doch nicht so sauber oder so kraftvoll sind, wie wir es uns erhofft haben. Die größte Enttäuschung war aber wohl ein Tag im Oktober vor ein paar Jahren. Die Forecast hatte einen 6-Fuß-Swell mit einer Periode von 10 Sekunden und ablandigem Wind versprochen. Folglich hatte sich auch ganz Norddeutschland auf den Weg gemacht. Doch vor Ort gab es dann nur viel zu viele Surfer, große, aber sehr schwabbelige Wellen und eine aufgewühlte Nordsee.

Surfregel Nr. 734: Vergiss nie hinter die Mauer zu schauen!
Surfregel Nr. 734: Vergiss nie hinter die Mauer zu schauen!

Die Spots

Die Sandbänke verändern sich ständig und so ist es auch mit unseren Lieblingsspots. Letztes Jahr gab es eine Sandbank an Dänemarks Westküste, die uns über Monate mit kraftvollen und langen Rechten verwöhnt hat. Nach den Winterstürmen geht die Suche jetzt wieder von vorne los. Sylt und Dänemarks Westküste sind im Prinzip ähnlich wie die endlos langen Sandstrände in Frankreich. Die Region Thy im Nordwesten Dänemarks ist hingegen durch ein paar mehr Ecken und Kanten in der Küstenlinie geprägt, weshalb man hier auch die meisten Wellen auf relativ kleinem Raum findet. Nicht ohne Grund ist der Spitzname der Region auch „Cold Hawaii“. Die meisten Spots entlang der Küste sind klassische Beachbreaks, doch einige der besten Wellen im Norden findet man über den wenigen Riffen von „Cold Hawaii“.

Was du auf keinen Fall tun solltest, erfährst du auf der nächsten Seite.