Auf in die Einsamkeit Afrikas

Der nächste Morgen brachte die ersten Longboard-Wellen mit sich und machte uns happy. Pralle Sonne, warmes kristallklares Wasser, Boardshorts und Honeyshield. Das war alles,was wir vorerst benötigten.
Doch nach einigen Stunden im Wasser waren wir leicht verbrannt, dehydriert und sauhung- rig. Wir verbrachten den Rest des Tages mit unseren Campnachbarn, tranken selbstgebrannten „Moonshine“-Schnaps und fuhren von Bar zu Bar, um uns mit dem Local-Drink „R&R” (süßer Rum mit Himbeeren) zu betrinken. Schließlich endeten wir im Captain Guzz’s Pub und tobten uns wie kleine Kids auf der Wasserrutsche aus. Am Ende waren wir alle sturzbetrunken, und unsere Camp Grannys fuhren uns im Kofferraum wieder heim. Was für großartige Menschen!

Die Jungs haben es klein erwischt. An guten Tagen läuft der Point in Ponta über einen Kilometer, die Locals sprechen vom zweitlängsten Righthander der Welt–nach J-Bay.

Ponto D’Ouro ist ein toller Fleck Erde, doch schon ziemlich gezeichnet durch den hungrigen südafrikanischen Touristen, und somit entschieden wir uns, nach größeren Wellen und Einsamkeit suchend, weiter nördlich nach Tofo zu fahren.

Von Zahnweh und Tofu

Eine 12-Stunden-Tour mit Wildlife, mehr korrupten Beamten und einem infizierten Backenzahn in Ludis rechter Wange, der uns noch richtig in Aufregung bringen sollte, erreichten wir unsere Surf Lodge bei Nacht. Ausgelaugt führte uns Clint zu „Mini Black“, der Chefkoch in einem kleinen Lokal war. Die typisch lokale Küche war unglaublich lecker! Fast jeden Tag aßen wir dort und wurden gute Freunde.

Da hatte Seekatze Ludi noch Spaß.

Seekats entzündeter Zahn begann jedoch, ihm große Probleme zu bereiten, und so entschlossen wir uns, ins nächstgelegene Krankenhaus zu fahren. Er sah mittlerweile aus wie Popeye auf Turkey. Lange Krankenhaus-Wartezeiten zwangen uns, mit Hilfe von Jacky, unserem Lodge-Dude, ins Hinterland zu einem Ex-Militär-Doc zu fahren. Dort wurde ihm unter Schmerzen bis hin zur Bewusstlosigkeit der Zahn gezogen. Was für eine Tortur! Noch am selben Nachmittag surften wir am Spot „Backdoor” und tankten alle wieder neue Kraft für die nächsten Tage. Denn der Swell kam und brachte einzigartige Wellen!

Eine Albtraumnacht und Traumbarrels

Von nun an surften wir von morgens bis abends, trafen wundervolle Menschen, tranken Rum und feierten auf dem kleinen Marktplatz in Tofo.
Vom Erkundungsfieber getrieben, beschlossen wir, noch einmal das Auto für einen längeren Ritt gen Norden zu rüsten. Es ging nach Pomene. Hier wurde unser 4×4 so richtig gefordert. Absolute Abgeschiedenheit, ursprünglicher geht es wohl kaum. Inmitten eines Naturreservats, geleitet von einigen Einheimischen, trafen wir den Chief „Satane”. Der wohl freundlichste Mensch unserer Reise. Er bot uns einen Schlafplatz in einem kleinen hölzernen Unterstand an. Platz für ein Zelt, Hängematte und Boardbags, schlugen wir für einige Tage abgeschieden von allem unser Lager auf. Sanitäre Einrichtungen: Fehlanzeige. Nur wir vier, Strand, Kokospalmen und absolute Stille. Wir fühlten uns wieder wie Kinder, kundschafteten die Küstenlinie aus, fingen Krabben, erklommen Palmen, um an die Kokosnüsse zu kommen, saßen am Lagerfeuer und aßen frischen Fisch, der am Stock über dem Feuer garte.

Auf der nächsten Seite lest ihr, was die Jungs bei ihrer Rückkehr nach Tofu erwartete, ausserdem gibt es noch einige Fakten zu Mozambique.