Unsere Endlichkeit liegt so nahe vor uns, das wir sie vor lauter Nähe oft nicht sehen. Weltweit erkranken 1,5 Millionen (!!!!!) Frauen im Jahr an Brustkrebs und die beste Waffe dagegen ist Früherkennung.  Nola Wilson besiegt Brustkrebs – zweimal !!!

Nola Wilson ist die Mutter eines gewissen Julian Wilson und wir haben die mittlerweile 69-jährige aus Coolum Beach, Australien getroffen und mit ihr über die Tücken von Brustkrebs gesprochen. Nola hat ein Projekt mit Hurley gestartet, welches dabei helfen soll die Früherkennung von Brustkrebs zu fördern. Wie wichtig eine Früherkennung ist, wissen wenige besser als Nola: sie hat diese heimtückische Krankheit überlebt. Zweimal. Uns hat sie tiefe Einblicke in ihre Ängste gegeben und erklärt, worauf es ankommt wenn man diesen starken Feind besiegen will.

Nola Wilson: als ich den Brustkrebs entdeckte

Wir waren schon immer eine Surffamilie. Julian, Bart und Seb und mein Mann Mick und Ich. Wir leben seit 50 Jahren in einem Haus direkt am Strand. Die Jungs haben mittlerweile alle das Haus verlassen, aber dies wird dennoch immer ihr Zuhause sein und bleiben. Wir waren immer eine Surffamilie, wir surften viel gemeinsam und die Jungs sind im Wasser aufgewachsen, unser ganzes Leben drehte sich ums Meer. In Coolum ist es das ganze Jahr warm, das Wasser ist warm, es ist wahrlich ein Paradies.

Der Tag an dem Brustkrebs mein Leben verändern sollte

Als ich das erste mal einen kleinen Knoten in meiner Brust bemerkte war ich 46, Julian war 6, Bart 9 und Seb 14. Es war ein riesiger Schock, vor allem weil ich einen sehr gesunden Lebenstil pflegte…. Ich habe nie Alkohol getrunken, geraucht oder irgendwelche Dorgen konsumiert, ich habe ja noch nicht einmal Kafee getrunken. Brustkrebs war dennoch so allgegenwärtig dass ich ständig meine Brüste abtastete und zu Mammographien ging. Bis dato war ich immer Krebsfrei. Und dann ertastete ich den erbsengroßen Knoten. An diesem Tag sollte eine der schwersten Reisen meines Lebens beginnen. Die Testergebnisse bestätigten was ich bereits erahnte: es war Brustkrebs. Die Ärzte entfernten den Tumor aus meiner Brust, leider hatte er Krebs bereits gestreut und ich hatte Krebszellen in meinen Lymphknoten, also musste ich die ganze Cheotherapie über mich ergehen lassen. Das ganze Prozedere dauerte fast ein komplettes Jahr.

Ich wollte meine Familie mit dem Brustkrebs nicht ängstigen

Ich wollte meiner Familie nicht zeigen wie sehr es mich ängstigte. Mein Leben war in akuter Gefahr und ich hätte sehr bald sterben können aber ich wollte nicht dass meine Kinder das merkten. Also bot ich der Angst und dem Krebs die Stirn und tat alles was verlangt war, um diesen Kampf zu gewinnen. Ich verweigerte es einfach „krank“ zu sein, immer wenn mich jemand danach fragte, wie es mir ging, dann sagte ich, ich bin nicht krank. Das Ding, das in mir wohnt, wird mit Chemikalien vergiftet und danach bestrahlt, dass es auch ja niemals zurückkehrt.Ich machte es alles alleine, weil ich nicht wollte, dass sich irgendjemand Sogren macht. Während dieser ganzen Zeit surfte ich weiter, der Ozean rettete mich, ich bin dem Meer unendlich dankbar dafür. Ich hatte einen großartigen Arzt, den ich fortan nur noch als meinen Schutzengel bezeichnete, ich will mir gar nicht vorstellen, wie es ohne ihn gelaufen wäre.

Der Brustkrebs ist geheilt – und kommt zurück

18 Jahre später sollte mich die Krankheit wieder einholen. Ich hatte todesangst. Das erste mal wurde mir gesagt, wenn meine Art von krebs zurück kommt, dann kann man das nicht überleben. Aber ich sollte den Arzt, der das sagte Lügen strafen. Ich suchte meinen alten Schutzengel auf, er amputierte meine Brust und schmiss sie in den Müll, zusammen mit dem Krebs. Glücklicherweise steckte der Krebs nur in der Brust und hatte nicht gestreut, meine Erleichterung war unendlich groß. Das war kurz vor Weihnachten, vor 5 Jahren. Julian war gerade auf Hawaii und surfte die Pipemasters und Bart lebte in Kalifornien. Ich sagte ihnen nichts, als sie an Weihnachten nach Hause kamen empfing ich sie mit den Worten „eure Mutter hat nur noch eine Brust, die andere ist zusammen mit dem Krebs in den Müll geflogen.

Wenn Schutzengel sterben

Ich hatte noch mehrere Nachfolge Untersuchungen, ich bin jetzt seit 5 jahren krebsfrei, also bisher ist alles gut gelaufen. Als ich letztes Jahr nach Hawaii flog um Julian in Pipe surfen zu sehen, verlor ich meinen Schutzengel. Mein behandelnder Arzt starb an einem Schlaganfall was mich in tiefe Trauer stürzte. Ich schulde diesem Mann mein Leben und werde ihm auf ewig dankbar sein.

Vor einigen Jahren hat Nola Wilson in Zusammenarbeit mit Hurley ein Projekt gestartet, dass Frauen auf die immense Wichtigkeit einer Brustkrebsfrüherkennung aufmerksam machen soll. Wir haben mit Nola gesprochen.

Was waren deine Gedanken als Julian vorschlug, das Projekt mit den Pinken Boardshorts zu starten?

Julian war 20 und hat sich gerade für die CT qualifiziert. Bart und er hatten die Idee dass Julian ein pinkes Board surfen könnte und pinke Boardshorts tragen solle, die ich designen sollte, um vor allem junge Frauen darauf aufmerksam zu machen, dass sie ihre Brüste regelmäßig auf Krebs untersuchen sollen. Julian stand damals bei Quiksilver unter vertrag und Snapper war sozusagen sein Heimspiel, es machte also alles Sinn es hier zu starten. Quiksilver unterstütze uns super, sie liebten die Idee. Es gab Gipsabdrücke von Brüsten beim Event die von verschiedenen Künstlern designed wurden. Während des Contests wurden die Kunstwerke versteigert. Ich selbst designte pinke Boardshorts, das Design funktionierte sehr gut und Quiksilver druckte es danach auch noch auf Hüte, Rucksäcke und T-Shirts. Das Design wurde sogar auf ein australisches Flugzeug gemalt, daneben ein Bild von Julian beim surfen. Der Slogan den wir wählten war sehr umgangssprachlich, weil wir vor allem junge Frauen erreichen wollten:

Chicks check ya tits

Der Anfang war also gemacht. Ich war sehr überrascht von meinem Sohn, der sich die komplette Verantwortung für das Projekt auf sich nahm, das bedeutete mir alles. Er war jung und hatte keine Angst seine Gefühle für mich offen zu zeigen und dass er besorgt war dass mehrere Frauen dieses Schicksal ereilt. Ich war und bin unendlich stolz auf ihn. Es war sehr hart für ihn immer wieder darüber zu sprechen, vor allem als meine Krebserkrankung erneut ausbrach. Das Projekt, die ganzen Competitons, sein neues Leben als Familienvater-das forderte seinen Preis. Das Projekt läuft jetzt seit 10 Jahren. Die Message wird transportiert.

Julian Wilson and Nola Wilson Hurley
Julian und Nola Wilson kämpfen seit mittlerweile über 10 Jahren gemeinsam gegen den Brustkrebs

Die Zahl der Frauen unter 35 die an Brustkrebs erkranken nimmt zu. Zwar werden nach wie vor die meisten Diagnosen nach 40 gestellt, dennoch sollte man diese Entwicklung im Auge behalten. Wo siehts du die Gründe?

Es ist sehr wichtig den Wert einer Früherkennung zu begreifen. Gründe? Ich glaube es ist Lotteo, es kann jeden treffen. Warum mehr junge Frauen eine Brustkrebsdiagnose bekommen? Weil sie sich abtasten und sich dessen bewusst sind, dass es keine alterkrankheit ist. Brustkrebs kann jahrelang unentdeckt bleiben. Es gibt keine wirklichen Symptome. Ich hatte auch gar keine. Früherkennung ist die beste Chance auf Heilung!!!

Hatte die Krankheit einen großen Einfluss auf dein Leben?

Gewaltig! Abgesehen von meinen Kindern hat nichts mein Leben so sehr verändert wie der Krebs. Dein Leben, deine Gesundheit, dein Wohlbefinden, das alles liegt auf einmla nicht mehr in deiner Hand. Niemand kann es vertsehen wenn es einen nicht selbst betroffen hat, wenn du eine Familie hats die auf dich angewiesen ist, dann ist es noch viel schlimmer. Es ist fast mit nichts vergleichbar, schlimmer ist nur, wenn es das Leben deines Kindes ist. Wenn du auf einmal krebsfrei bist, eine zweite, oder wie ich eine dritte Chance bekommst, dann bekommst du eine neue Sicht auf das Leben. Der Himmel ist blauer, das Meer wird noch schöner, das Leben bedeutet dir mehr, alles wird bewusster wahrgenommen.

Wie wichtig war die Unterstützung durch deine Familie?

Familie ist alles, ohne deine Familie kannst du das nicht durchstehen. Sie gaben mir die Kraft und den Antrieb das alles durchzustehen.

Du hast eine Männerboardshort designed, erst später einen Bikini. Warum sollten ausgerechnet Männer auf das Thema hinweisen?

Männer spielen eine große Rolle. Sie müssen mit ihren Partnerinnen darüber reden und mit ihren Töchtern. Sie dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken und so tun als würde sie das alles nichts angehen(Männer können es auch bekommen!!!) Think Pink!!! and proudly wear it! Die Sportwelt hat einen großen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung weil es Menschen glücklich macht und sie unterhält. Julian spendete all das Geld das er durch das Projekt verdiente an die Krebsstiftung, seit dre Jahren wählt er selbst bedürftige Frauen aus indem er die Krankenhauskosten übernimmt, bzw. unterstützt die Krankenhäuser bei der Behandlung. Es ist schön weil man direkt sieht was passiert und das Geld den direkten Weg findet, ohne von der Verwaltung gefressen zu werden.

Das Preisgeld, welches er dieses Jahr in Snapper gewinnt, wird er, unabhängig von seiner Platzierung, stiften. Leider hat er nicht gewonnen, es kam dennoch genug Geld zusammen, da war noch das handsignierte Surfboard, hinzu kamen die Lizenzgebühren von FCS und die große Unterstützung von Hurley: wir können die Leben vieler Frauen retten.

Ander Projekte gegen Brustkrebs über die wir berichtet haben findet ihr hier.