Laura Haustein und Nicolas Marusa haben sich dieses Jahr den Gesamtsieg der Rapid Surf Leauge gesichert. Wir haben die beiden zum Interview getroffen.

Laura und Nici sind Eisbach Locals und haben mit ihren dort erworbenen Surfskills nun die Rapid Surf Leauge gewonnen. Wie gut die beiden im Meer surfen, was sie an der Rapid Surf League ändern würden und was sie mit ihrem Preisgeld machen, haben sie uns im Interview erzählt.

1. Herzlichen Glückwunsch erstmal zum Gesamtsieg der Rapid Surfleague. Was stellt ihr mit den Siegerhonoraren an?

Laura: Vielen Dank. Ich kann es immer noch nicht glauben. Da ich keinen Wetsuit-Support habe, werde ich erstmal meinen Stuff für den Winter am Eisbach erneuern. Und ansonsten kommt der nächste Urlaub bestimmt.

Nicolas: Meine Gewinne spare ich alle, für Reisen nach dem Abitur !

2. @Nici: Du hast alle drei Stops gewonnen, so richtig gefährlich hätte dir wohl nur Lenni Weinhold werden können der jedoch nur einen Stop mitgesurft ist. Sollten die City Wave Tour und die Rapid Surf League sich in Zukunft absprechen damit sich die Stops nicht überschneiden?

Bisher hat sich glaube ich kein Citywave Stop mit einem Rapid Surf Stop überschnitten, jedoch glaube ich ist in Zukunft die Kommunikation in den beiden Leagues sehr wichtig. Dass macht es für die Surfer, aber auch die Touren angenehmer

Nicolas Marusa Rapid Surf League
Marusa war einfach nicht zu schlagen dieses Jahr. Hier auf dem ersten Platz in Langenfeld. ©Matze Ried

3.@Laura: Deine ewigen Konkurrentinnen Janina und Laura Rosina sind jeweils nur zwei Stops gesurft, bei denen du Dritte geworden bist. Schlägst du sie nächstes Jahr?

Das wäre und wird auf jeden Fall eine harte Nummer. Janina ist wohl am dominantesten gerade mit ihrem ganzen Arsenal an Manövern und Rosina ist die Queen of Style. Aber ich werde mein bestes geben die Lücke mehr und mehr zu schließen und versuchen den beiden in dem ein oder anderen Heat vielleicht mal das Leben schwer zu machen. Motiviert bin ich auf jeden Fall.

Laura Haustein Rapid Surf League
Dieses Jahr konnte sich Laura noch nicht gegen Zeitler und Neuerer durchsetzen. Wenn sie jedoch so weiter macht, kann das nächstes Jahr schnell anders werden. ©Matze Ried

4.Die drei Wellen sind sehr unterschiedlich, welche macht euch am meisten Spaß, auf welcher Welle kommt ihr am besten klar?

Laura: Am meisten Spaß hat mir die Welle in Langenfeld gemacht, weil die einfach von der Location und der Art her was ganz eigenes ist. Allerdings ist sie schon ziemlich tricky zu fahren. Auf welcher ich am besten klar gekommen bin, kann ich gar nicht wirklich sagen. Dadurch das ich nur im Rahmen von Contests auf künstlichen Wellen surfe, war das bei Jochen Schweizer, als Auftakt der ganzen Contests, für mich schon relativ anspruchsvoll und mein Surfen dementsprechend sketchy. Das hat sich im Laufe der Saison natürlich gebessert und in Langenfeld hab ich mich dann richtig wohl gefühlt.

Nici: Ich finde es super interessant zu sehen was für ein Unterschied zwischen verschiedenen Wellen besteht. Dieses Jahr hat mir summ Besten Die Welle in Bratislava gefallen. Ich kam nicht wirklich zu recht, was es beim Contest für mich am spannendsten gemacht hat.

5. In Langenfeld entwickelt sich nach und nach die Surfszene. Wie lange denkt ihr werden Eisbachsurfer den Stop dort dominieren?

Laura: Der Eisbach ist einfach 24/7 und kostenlos surfbar. Das ist schon ein ziemliches Geschenk was wir haben und bringt uns sicher auch mal den ein oder anderen kleinen Vorteil. Aber wie man mit dem Langenfeld Local Louis Thiele sieht, der bis ins Finale gesurft ist, ist in der lokalen Szene schon ziemlich viel möglich und geboten. Auf unseren Eisbachstatus ausruhen können wir uns deswegen definitiv nicht.

Langendfeld Rapid Surf League
War auch in Langenfeld das Maß der Dinge: Powerhaus Nici Marusa ©Simon Fitz

Nici: Die Boys und Girls in Langenfeld sind alle krass am pushen… Ich finde es klasse zu sehen wie sie sich alle gegenseitig pushen und jedesmal sehe ich einen Fortschritt. Jedoch glaube ich bietet der Eisbach immer noch die besten Möglichkeiten sein surfen zu verbessern

Rapid Surf League: Kommen noch Stops dazu?

6. 3 Stops sind gut. Mehrere wären besser. Glaubt ihr das nächstes Jahr nochmal eine Welle dazu kommt?

Laura: Ich hab da schon so einen Verdacht bzw. was gehört und wenn das wirklich so realisiert werden würde, wäre das schon ziemlich geil.

Nici: Ich persönlich hoffe sehr das Milano dazu kommt…

7. Wie sieht es mit euren Surfskills im Meer aus?

Laura: Ich bin so der typische Urlaubssurfer für ein paar Wochen im Jahr, der nach dem Frühstück entspannt zum Strand spaziert. Da ist definitiv noch Potential nach oben bei mir, aber wenn die Bedingungen stimmen, fühlt es sich schon gar nicht mal so übel an.

Nici: Ich hab’s dieses Jahr leider noch nicht ans Meer geschafft, trotzdem bleibe ich natürlich dahinter.

8. Es schießen gerade viele stehende Wellen aus dem Boden, die meisten kommerziell. Glaubt ihr dass man nur durch kommerzielle Wellen richtig gut rapid surfen lernt?

Laura: Auf solchen Wellen lernt man einfach wahnsinnig schnell. Allerdings bleibt da bei den meisten der Style und das Radikale auf der Strecke, aufgrund der konstanten Bedingungen, da man nicht so viel „arbeiten“ muss wie zum Beispiel am Eisbach. Ich glaube das richtig radikale Rapid Surfen lernt man einfach in dem man möglichst viele unterschiedliche Wellen surft und mit den dementsprechenden Bedingungen klar kommt. Denn ich finde, dass einen guten Rapid Surfer genau das ausmacht. Jemand der seine Manöver zum Beispiel sowohl in Bratislava als auch auf einer Citywave oder Unit Welle zeigen kann.

Nici: Nein, auf gar keinen Fall. Ich glaube, man muss reisen, eigene Wellen entdecken und so über Erfahrungen, verschiedene Wellen seinen eigenen Style entwickeln, ein bisschen so wie Tao Schirrmacher.

 9. Wie seit ihr mit dem Cut to Call Format klargekommen?

Laura: Am Anfang war ich schon ziemlich skeptisch und wusste nicht wirklich was ich davon halten sollte. Und als Surfer ist das, für mich zumindest, schon ein kleiner Stressfaktor. Auch wenn ich noch nicht ganz so oft im Call gelandet bin, finde ich das System super, vorallem da es auch total spannend ist, sowohl für den Surfer als auch für den Zuschauer. Ich glaube, dass genau so ein Format das Rapid Surfen in den nächsten Jahren wahnsinnig pushen wird.

Nici: Cut to Call Hat mir dieses Jahr besonders viel Spaß gemacht es ist ein neues Format dass es in Surfen bisher noch nicht gab. Und ich glaube das ist die Zukunft des Wettkampf Surfens auf stehenden Wellen!

 10. Was fandet ihr gut, was würdet ihr verbessern an der RSL?

Laura: Die Organisation war echt sensationell gut, auch außerhalb des Contests. Dabei nochmal ein riesiges Dankeschön an Quirin und Christian. Das Cut2Call Format ist eine Klasse für sich und zeichnet die RSL natürlich aus. Allerdings finde ich ich den Call-Teil im Finale nicht ganz so passend. Hier würde ich vielleicht einfach eine Welle im Cut oben drauf geben und es wie im ganz normalen Heat-Format ausfahren.

Nici: Schwierig zu sagen. Das Format wie Quirin und Christian die Rapid Surf League Aufgestellt haben ist glaube ich kaum zu verbessern. Ich würde mir für die Zukunft vielleicht einfach ein paar mehr Wellen wünschen.

 

Wir bedanken uns bei euch für das Gespräch und drücken euch die Daumen fürs nächste Jahr.