Wir haben uns die Karriere und das Leben von Sebastian Steudtner, einem der besten Big Wave Surfer der Welt, einmal etwas genauer angeschaut. Wie konnte ein kleiner landlocked Junge aus Deutschland zu einem der besten Big Wave Surfer der Welt werden? Das wir auf internationalem Niveau Fußball spielen können steht außer Frage. Surfen und insbesondere Big Wave Surfen war aber bislang eine Sportart bei der wir Deutschen eigentlich keinen wirklichen Auftrag hatten.

Sebastian, Nürnberg und die Leidenschaft für das Meer

Sebastian Steudtner Big WaveDie Reise von Sebastian Steudtner beginnt in Nürnberg, wo er als Sohn eines Deutschen und einer Österreicherin in einem behüteten Umfeld aufwuchs. Bei einem Urlaub an der französischen Atlantikküste entdeckte der damals Neunjährige seine Leidenschaft für das Meer und die Wellen. Damals noch mit Bodyboard bewaffnet war er schon kaum mehr aus dem Wasser zu bekommen.Einige Jahre später hatte Sebastian Steudtner seine Eltern davon überzeugt, dass er seine Zukunft nur an einem Ort verbringen kann, Hawaii!

Sebastian Steudtner zieht mit 16 Jahren nach Hawaii

Wieder zurück in Deutschland begann Sebastian mit dem Windsurfen. Mit 13 Jahren las er in einem Surf Magazin über ein Internat auf Hawaii, das sowohl Windsurfen als auch Schulunterricht anbot. Drei Jahre später und nach viel Überzeugungsarbeit hatte Sebastian den Segen seiner Eltern, packte kurzum mit 16 Jahren seine sieben Sachen und flog nach Hawaii. Auf der Insel Maui angekommen galt sein Interesse vorerst weiterhin dem Windsurfen. Bereits nach einem Jahr auf Maui in der sogenannten „performance school“ war Sebastian so erfolgreich, dass er von seinen Sponsoren Geldern leben konnte.

Sebastian Steudtner und die Leidenschaft zum Big Wave Surfing

Mit der Aufnahme in die Hawaiianische Familie von Nelson Armitage sr. wurde der Grundstein für die Karriere des Big Wave Surfers Sebastian Steudtner gelegt. Nach der Teilnahme an mehreren World Cups als professioneller Windsurfer begann Sebastian langsam aber sicher an seiner Zukunft in diesem Sport zu zweifeln. Das entscheidende Erlebnis war dann der erste Blick auf Jaws! Diese gewaltige Welle und die unglaubliche Wucht, die beim kollabieren einer Bombenexplosion gleicht – das hat Sebastian von Anfang an am Big Wave Surfen fasziniert. Ein Jahr später war es dann soweit. 2004 surfte Sebastian Steudtner der Junge aus Deutschland eine der größten und gefährlichsten Wellen der Welt, Jaws.

Die Armitage Familie

Die Armitage Familie ist eine der größten Familien auf Hawaii. Nelson Amitrage brachte seinen Söhnen grade das Big Wave surfen bei, als Sebastian Steudtner in die Familie aufgenommen wurde. Zusammen mit der Familie und Freunden traf Sebastian sich zum gemeinsamen Training im Wasser oder Gym und auch der Boxsport verhalf ihm dabei auch ausserhalb des Wassers schlagkräftige Argumente zu besitzen.

Interview mit Nelson Armitage – Foreign Minister of the Lawful Hawaiian Government

Harte Arbeit und Verlust der Sponsoren

Jaws ist kein Kinderfasching und zählt definitiv zu den gefährlichsten Wellen der Welt. Ein deutscher Windsurfer der sich einbildet Jaws zu surfen war nicht das was viele der damaligen Sponsoren sehen wollten. Viele haben Sebastian Steudtner während dieser Zeit nicht ernst genommen oder ihm Leichtsinn vorgeworfen. Er verlor in Folge dessen einen Sponsor nach dem anderen und in den darauffolgenden Jahren musste sich der Big Wave Surfer mit verschiedensten Jobs über Wasser halten. Die Motivation schien aber stärker denn je zu vor denn der Big Wave Surfer Sebastian Steudtner hatte ein klares Ziel vor Auge – die größte Welle der Welt surfen.

Sebastian Steudtner gewinnt den Billabong XXL Award 2010

Im Jahr 2010 war es dann endlich soweit. Man mochte es kaum glauben aber Sebastian Steudtner aus Nürnberg war für den Billabong XXL Global Big Wave Award nominiert und gewann die mit 15.000 USD notierte Kategorie „Biggest Wave“. Leider hat das die finanzielle Situation von Sebastian nur kurzfristig etwas verbessert. Nach der Freude über den Award folgte die Ernüchterung. Die US-Einwanderungsbehörde hatte sich an die Fersen von Sebastian Steudtner geheftet und ihm Vorgeworfen auf Hawaii als professioneller Surfer gearbeitet zu haben. Die Folge davon war, dass Sebastian das Land verlassen musste. Allerdings war das Thema Big Wave Surfing in Europa bzw. Deutschland nicht wirklich präsent und trotz Big Wave Award war es nach wie vor schwer Sponsoren für Big Wave Surfer zu finden. Offiziell gab es keinen Weltrekord und der Big Wave Award hatte in Europa noch nicht die Aufmerksamkeit wie in anderen Teilen der Welt.

Billabong XXL Award 2010 Sebastian Steudtner

McNamara, Nazare, Sebastian Steudtner und die größte Welle der Welt

Wer Garret McNamara ist müssen wir  hoffentlich hier nicht Erklären. Ein Urgestein der Big Wave Szene das selbst vor dem Surfen auf Flutwellen kalbender Gletscher nicht zurückschreckt. Vielleicht war es die Suche nach einer Attraktion für seinen Ort, die einen portugiesischen Stadtrat dazu veranlasste Garret McNamara nach Nazare einzuladen. Nicht viel später war besgater McNamara auf Weltrekord jagt und die Welt sah zu. MacNamara surfte in Praia do NorteNazaré, Portugal die größte Welle der Welt und sicherte sich einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde. Seitdem ist Nazare wohl einer der bekanntesten Big Wave Spots weltweit und auch das Big Wave Surfing ist in Europa angekommen. Die neue Aufmerksamkeit die der Sport auf einmal bekam, half Sebastian dabei seinen langjährigen und aktuellen Partner Mercedes Benz als Sponsor zu gewinnen.

Garret McNamara surft Flutwelle eines kalbenden Gletschers in Alaska

McNamaras Weltrekord Welle 2011

McNamaras hielt den Weltrekord einige Jahre und erst in 2018 hat es der brasilianischen Big Wave Surfer Rodrigo Koxa geschafft einen neuen Rekord aufzustellen. Wo er den Weltrekord aufgestellt hat? Natürlich in Nazare, wo sonst. Die Monster Welle hatte genau 80 Fuß oder 24.38 Meter.

Rodrigo Koxa Biggest Wave Award & Weltrekord 2018

Sebastian Steudtner – erfolgreicher Big Wave Surfer

Sebastian Steudtner konnte zwar bis dato keinen Weltrekord verzeichnen aber die Aufmerksamkeit die sein Sport dadurch bekam, half ihm dabei neue Sponsoren für seine Jagd nach der größten Welle der Welt zu finden. Im Jahr 2015 konnte Sebastian dann zum zweiten mal den XXL Big Wave Award in der Kategorie Biggest Wave gewinnen.

Weitere erfolgreiche Jahre und Nominierungen bei den Big Wave Awards folgten. Aber mehr als ein Sieg bei den XXL Big Wave Award so scheint es, ist Sebastian Steudtner weiterhin auf der Suche nach der größten Welle der Welt.

Sebastian Steudtners soziales Engagement

Der Erfolg ist Sebastian Steudtner keineswegs zu Kopf gestiegen. Der sympathische Big Wave Surfer nutzt seine Bekanntheit und seinen Erfolg um anderen zu helfen. Im Juni 2017 gründete Steudtner den gemeinnützigen Verein wirmachenwelle. ev. und unterstützt damit Kinder die aus schwierigen Verhältnissen kommen. Das surfen steht im Vordergrund als eine Art Therapie und soll den Kindern dabei helfen auch ausserhalb des Wasser in eine gute Zukunft zu finden. Neben seinem Engagement im eigenen Verein ist Sebastian Steudtner Botschafter für  Laureus Sports for Good.

Dokumentarfilm über Sebastian Steudtner

Ist Sebastian Steudtner der beste Big Wave Surfer der Welt?

Die Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Was man aber mit Sicherheit sagen kann ist das Sebastian Steudtner zu den besten Big Wave Surfern auf diesem Planeten gehört und das ist ziemlich ungewöhnlich für jemanden der aus dem schönen Nürnberg kommt.

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