Sri Lanka: Interview über die Situation vor Ort

Bei der grausamen Anschlagsserie auf Sri Lanka am Ostersonntag sind mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Hannah Behnsen war während den Anschlägen auf Sri Lanka und ist nach wie vor dort.

Wir haben die deutsche Surferin kontaktiert und zu der Situation vor Ort befragt.
Hannah Behnsen in Weligama.

1. Du bist gerade auf Sri Lanka und warst auch während den Anschlägen dort. Wo genau hast du dich aufgehalten als die Anschläge geschahen?

Wir sind wenige Stunden vor den Anschlägen glücklicherweise aus dem betroffenen Hotelbezirk ausgecheckt. Wir haben die Nachricht von Lokals bei unserer Ankunft in Weligama Beach erhalten. Wir hatten demnach den größten Schutzengel!

2. Viele Touristen haben mittlerweile das Land verlassen, du nicht. Warum bist du immer noch vor Ort?

Die Rückflüge waren alle bis oben hin ausgebucht (jene, die für eine Umbuchung in Frage kamen). Nur eine neue Buchung hätte uns sofort aus dem Land gebracht und die hätte 2000€ und mehr gekostet. Außerdem wurden wir von Locals in Weligama super herzlich aufgenommen und über die Lage zwischen den verschiedenen Glaubensgruppen vor Ort täglich informiert. Das Militär fürchtete vor allem Unruhen und Racheakte zwischen Christen und Muslimen. Wir haben uns bei den Locals so gut aufgehoben gefühlt und wurden während der Ausgangssperre mit Essen etc versorgt. Außerdem haben wir uns auf die Krisenliste der deutschen Botschaft setzen lassen und auf deren Instruktionen gewartet – die Rückreise über Colombo erschien uns deutlich gefährlicher als in Weligama zu verharren. Ich war auch für eine Yogalehrerausbildung angemeldet, die mittlerweile aber eh gecancelled wurde.

Diese Orte waren von den Anschlägen betroffen.

3. Du warst oder bist zum Surfen auf Sri Lanka. Wie ist die Stimmung an den Surfspots? Fühlt man sich sicher?

An den Surfspots war es anfangs sehr leer und die Locals benutzen immer wieder Böller um Affen zu verjagen. Das hat zu dem ein oder anderen kleinen Panikanfall in der Gruppe geführt (wir haben vor Ort drei andere Deutsche Surfer kennengelernt). Irgendwann haben wir uns aber daran gewöhnt und im Wasser haben wir uns sicherer Gefühlt als in der Stadt bei den Cafés oder Supermärkten.
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