Stefan Götzelmann ist in dem beschaulichen Traiskirchen in Niederösterreich geboren und aufgewachsen. Der Weg von Traiskirchen zur Surffotografie ist in etwa soweit wie die Reise von der Erde zum Mond. Wie Stefan es dennoch geschafft hat, sich in einer Szene einen Namen zu machen, die seinem Heimatort so unendlich fremd ist wie nur irgendwie möglich hat er uns im Interview erzählt. Es gibt vermutlich mehr Surffotografen auf dieser Welt als es Wellen gibt, die man ablichten könnte. Viele von diesen waren erfolgreich, aber der Erfolg frisst bekanntlich seine Kinder und so verschwinden die meisten schneller, als sie jemals gekommen sind. Einer der sich seit geraumer Zeit an der Oberfläche halten kann, kommt ausgerechnet aus Österreich, nicht gerade die Arkadien des Surfens.

Stefan, du bist nun seit 2012 professioneller Surffotograf. Erzähl uns wie es dazu kam?

Fotografie hat mich schon immer fasziniert, ich hab mir schon als Kind immer mal wieder eine Kamera geschnappt, wenn eine in Reicheite war. Aber eigentlich habe ich in meiner Studentenzeit erst damit angefangen, mich mit Surfftografie auseinanderzusetzen. Ich habe 2005 meinen ersten Surftrip nach Frankreich gemacht und damals bereits einige Fotos von Wellen und Surfern geschossen, alles zum Spaß, ich hatte damals nicht den leisesten Gedanken, dass da mal mehr daraus werden könnte. Ich fing irgendwann an, meine Trips in Fotobüchern festzuhalten und habe diese an Freunde und Familie verschenkt. Das Feedback war sehr gut, einige motivierten mich, die Sache professioneller anzugehen. 2011 habe ich mir das erste Wassergehäuse für meine Kamera gekauft, das war in gewisserweise der Startschuss.

Dieses Foto beschreibt Stefan als Schlüssel Erlebnis: “ als ich dieses Foto sah, wusste ich irgendwie, dass ich mehr aus meinem Hobby machen will. Spot: Dreamland

Wann hast du das erste Foto an ein Magazin verkauft und wo hast du dieses Bild geschossen?

Meine ersten Fotos habe ich damals an das das mittlerweile nicht mehr existente „Tide“ Magazine verkauft. Die Fotos hatte ich auf einem Indo Trip geschossen, eine kleine Insel auf der Pazifik Seite, nicht erwähnenswert.

So richtig wolllen wir es Stefan nach diesem Foto einfach nicht glauben, dass die Insel „nicht der Rede Wert sei“. Die Fotos von diesem Trip brachten ihm die ersten Einnahmen als Surffotograf. Gedruckt wurde die Story im Tide Magazin in Deutschland, im Seven Sky in der Schweiz und im Action Asia in Malaysia.

Haben dir als Österreicher nicht die Connections in die Surfszene gefehlt?

Ja auf jeden Fall. Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das Buisiness ein hartes ist. Die meisten meiner Einsendungen blieben unbeantwortet, was gerade am Anfang meine Euphorie erstickt hat. Die Ausgangslage ist natürlich eine andere andere, wenn man in Kalifornien wohnt und per Du ist mit der Redaktion vom Surfer Magazine. Aber ich hab einfach immer weiter gemacht, hin und wieder kam eine Anwort und auch immer mal wieder die ein oder andere positive Rückmeldung.

Bist du heute besser vernetzt?

Schlechter als damals könnte ich gar nicht vernetzt sein. Mittlerweile kennen mich doch einige Redaktuere, ich denke ich bin nicht mehr komplett unbekannt und ich bekomme heutzutage auch Anfragen von verschiedenen Redaktionen, ob ich Fotos von bestimmten Orten liefern kann. Ich habe bis auf Afrika in allen Kontinenten Photos veröffentlicht und es läuft weiter ganz ordentlich.

Auf der nächsten Seite lest ihr, was Stefands bisher heftigster Shoot war und wie man auch im warmen Wasser verlassene Wellen finden kann