Welcher Photoshoot hat dich bisher am meisten herausgefordert?

Ich war dieses Jahr am 25 Juli in Nias um dort den Jahrhundert Swell zu fotografieren. Ich und ein ein anderer Fotograf waren die einzigen, die vom Wasser aus geshootet haben, die anderen Fotografen saßen entweder an Land oder auf Booten. Die Strömung war an diesem Tag vielleicht das Extremste was ich je erlebt habe, ich würde sagen dass ich ein guter Schwimmer bin aber selbst mit Flossen und unter größter Kraftanstrengung war es fast unmöglich die Position zu halten. Die Wellen waren wirklich verdammt groß, irgendwas zwischen 20 und 25 Fuß und alles mit Rang und Namen im Big Wave Surfen war anwesend. Zum Beispiel Nathan Florence, Mark Healey, Ian Walsh und Koa Rothman um nur wenige zu nennen. Als ich Mat Bromley’s Bombe fotografierte, explodierte die Welle auf meinem Kopf, danach war erstmal Schluss für mich. Ich war anschließend in etwa 500 Meter vom Line Up entfernt, mir fehlte danach einfach schlichtweg die Kraft um zurück zu schwimmen und so fotografierte vom Land aus weiter.

Hier hat Stefan den absoluten Logenplatz. Leider gabs die Bombe danach auf den Kopf. Matt Bromley hat sich auf jeden Fall über den Shot gefreut.

Was war dein spannenstes Projekt?

Ich habe 2013 mit Chris Krusch einen Search Trip in Indonesien gestartet. Wir haben in den hintersten Ecken Indonesiens via Satelliten Fotos nach geeigneten Riffen gesucht, die gute Wellen versprachen. Tatsächlich haben wir einige unfassbar gute Set Up’s gefunden, die wahrscheinlich weder vorher noch nachher jemals gesurft wurden.

Die Location dieser Welle wird Stefan wohl mit ins Grab nehmen, die Suche hat sich aber auf jeden Fall voll ausbezahlt.

Was für einen Rat würdest du angehenden Surffotografen geben?

Immer an sich selbst glauben und sich vielleicht eine zweite Foto Nische suchen. Von Surffotografie alleine zu leben ist nahezu unmöglich, ich habe zuletzt auch viele Sportevents, Messen und Firmenevents fotografiert. Vor allem darf man sich nicht entmutigen lassen wenn die Antworten auf Einsendungen ausbleiben. Man muss sich bewusst sein, dass man einer von vielen ist, wenn dein Stuff gut ist, kommt der Erfolg irgendwann ganz sicher.

Stefan hat sich durch gute Fotos in der Surfszene etabliert: hier Leandro Keesse in Desert Point.

Was für Projekte hast du geplant und wo ist Stefan Götzelmann in 10 Jahren?

Ich arbeite seit mittlerweile 3 Jahren an einem Bildband über meine Indonesien Reisen der letzten 13 Jahre, der hoffentlich noch dieses Jahr in die Läden kommt. Das Buch ist eigentlich eine bebilderte Kurzgeschichten Sammlung. Ich habe alle Abenteuer, die mir in langen 13 Jahren so wiederfahren sind zusammengeschrieben. Gerade für Indonesien Fans wird es sicher sehr lesenswert.

In 10 Jahren segel ich auf meinem Boot durch den Südpazifik und suche die abgelegenen  Atolle nach Wellen ab.

Wenn ihr mehr von Stefans Arbeiten sehen wollt, dann könnt ihr dies jederzeit auf seinem Instagram Channel.