Surfen auf La Reunion lebt!

Wenn man die französische Überseekolonie googelt, dann sind die Ergebnisse einstimmig: Sharks, sharks, sharks. Surfen ist in diesem Wellengarten mittlerweile gesetzlich verboten, eine massive Anzahl an Haiattacken auf Surfer in den letzten Jahren war der Auslöser für den staatlichen Eingriff.

An diesen Erlass halten sich jedoch bei weitem nicht alle Inselbewohner und es gibt immer noch eine große Anzahl an Surfern, die den perfekten Wellen nicht widerstehen können. Es gibt darüber hinaus ein Programm namens „Surfing Vigie“ bei welchem die Surfer von Harpunentauchern und Booten bewacht relativ sicher ins Wasser können. Genutzt wird das Programm vor allem vom reunesischem Surfteam, aus welchem große Namen wie Jeremy Flores, Jorgann Couzinet und nicht zuletzt Johanne Defaye hervorgegangen sind.

Andy Irons war Stammgast auf La Reunion. Kein Wunder bei den Wellen. Der Spot den Mr. Irons hier surft heißt Kelonia. Seit der „Crise Requin“ meiden die meisten Surfpros das Surfparadies.

Auf dieser wunderschönen Insel gibt es aber auch andere Kids die gewaltig rippen. Zwei von ihnen sind Matteo Pulot und Lucas Jannier, beide hier im Video zu bestaunen. Sie sind beide durch die Surfschule Reunions gegangen und sind die Bauernopfer des Surfverbots. Nicht nur dass sie auf ihrer Insel nicht mehr surfen können, sie haben auch so gut wie keine Aussicht mehr auf Sponsorenverträge, die Surfindustrie hat die Insel verlassen und das Medieninteresse bezieht sich ausschließlich auf die Haie, wer hier surfen kann ist zur Nebensache geworden.

Surfen auf La Reunion

Dieses Video zeigt uns die wunderschönen Wellen dieser Insel und die Naturschönheiten. Dass das Haiproblem auf Reunion ein menschgemachtes ist, zeigt vor allem der plötzliche Anstieg der Attacken mit der Eröffnung einer Fischfarm und der Einführung einer marinen Schutzzone. Gerade der Bullshark hat sich auf der Insel exponentiell vermehrt und zwar in einem Maße, das wohl auch für die Natur nicht mehr erträglich ist: alle Riffhaie, die eigentlich die Bullshark Babies fressen und somit den Artbestand kontrollieren, wurden von den Bullsharks ausgerottet. Die Futterquellen versiegen weiter, katalysiert durch die menschliche Gier, die Bullsharks scheuen den Mensch auf dieser Insel nur noch bedingt und die Attacken häufen sich in einem Maße, dass für die Surfcomunity nicht mehr erträglich ist. Es ist ein heikles Thema zu welchem sich schon Surfgrößen wie Kelly Slater und Mark Healey geäußert haben.

Kelly Slater liebte den langen Lefthander in St. Leu. Aber seit man Gefahr läfut hier seine Füße zu verlieren hat man den Amerikaner nicht mehr gesehen.

Das Haiproblem auf La Reunion sollte in den Fokus der Surfgemeinde rücken, vor allem muss die Ursache für den rasanten Anstieg der Angriffe ausgemacht werden. Es gibt zu viele Theorien die aber zum großen Teil auf Halbwahrheiten basieren, eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung hat nie stattgefunden.

Es ist schwer bis unmöglich einem Inselbewohner zu verbieten, das Wasser zu nützen, es bedarf also einer Lösung, die sowohl der Natur und den Menschen gerecht wird.