Surfer von Blitz erschlagen

Credit: NOAA

Am Sonntag ist auf Bali ein Tourist aus Belgien während einer Surfstunde vom Blitz getroffen worden. 

Was ist passiert?

Am Sonntagnachmittag hatte ein Belgier eine Surfstunde gebucht und war mit seinem Surflehrer im Wasser an einem Strand in der Nähe von Canggu, der auch Old Man’s genannt wird. Beide wurde von einem Blitz getroffen, der Belgier starb an den Folgen, der Surflehrer überlebte. Wie das Wetter an dem Tag war, ist nicht bekannt. Ein absolut tragischer Vorfall, da es extrem unwahrscheinlich ist von einem Blitz getroffen zu werden. Allerdings kann man auch selbst etwas für seinen Schutz tun.

Wann ist es Zeit vor einem Gewitter zu fliehen und wann kann man  noch ein paar Wellen nehmen?

100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Denn es gibt einige Fälle von Menschen, die vom Blitz getroffen wurden, obwohl noch keinerlei Anzeichen eines Gewitters zu erkennen waren. Ein Phänomen, das die Amerikaner „Bolts from the Blue“ nennen und das Wissenschaftler folgendermaßen erklären: “Bolts from the Blue” sind Blitze, die erst kilometerweit durch die Atmosphäre rasen, bevor sie einschlagen. So wurden schon Blitzeinschläge registriert, die in 40 Kilometern Entfernung vom eigentlichen Gewitter passierten. Das sind aber wirkliche Ausnahmefälle.

Wann ist man auf der sicheren Seite?

Ziemlich sicher bist du allerdings, wenn du ein aufziehendes Gewitter nicht zu nahe an dich herankommen lässt. Schließlich ist es kinderleicht, die Entfernung zu einem Gewitter zu bestimmen: Sobald du einen Blitz am Horizont siehst, einfach die Sekunden zählen, bis du den Donner hörst. Dann die Sekunden mit 340 Metern multiplizieren (diese Distanz legt der Schall des Donners pro Sekunde zurück) und schon weißt du, wie weit entfernt sich der Blitz entladen hat. Die Frage ist nur, wie nah darf ein Gewitter kommen, ohne mir gefährlich zu werden: Vielleicht fünf Kilometer oder doch 500 Meter? Tatsache ist, dass es keine exakte Antwort darauf gibt. In Deutschland wird oft geraten, dass es höchste Zeit ist sich in Sicherheit zu bringen, sobald nur noch zehn Sekunden zwischen Blitz und Donner vergehen. Die Rettungsschwimmer in Australien sind allerdings viel vorsichtiger. Sie befolgen die sogenannte 30/30-Regel. Danach heißt es weg vom Strand, sobald nur noch 30 Sekunden zwischen Blitz und Donner vergehen. Und zurück ins Wasser darfst du erst, wenn seit dem letzten Blitz oder Donner 30 Minuten vergangen sind.

Im Wasser bleiben ist keine gute Idee?

Nein, es wäre total unsicher einfach während des Gewitters im Wasser zu bleiben. Generell ist das Risiko von einem Blitz getroffen zu werden zwar extrem gering. Für Deutschland bezifferten Statistiker dieses Risiko einmal mit 1 zu 16 Millionen. Wer allerdings während eines Gewitters im Lineup den Blitzköder spielt, erhöht seine Chance auf einen Treffer ganz gewaltig. Den Beweis erbrachte ein Experiment deutscher Wissenschaftler der Universität Duisburg 2009. Damals wurde im Hochspannungslabor zum ersten Mal überhaupt ein Blitzschlag in einem Swimmingpool simuliert. War dabei der Pool leer, schlug der Blitz irgendwo im Wasser ein, mal in der Mitte und mal am Rand. Sobald aber ein Dummy im Wasser stand, kannte der Blitz nur ein Ziel: Den Kopf der Schaufensterpuppe, ganz egal, wo sie sich im Pool befand. Hohe Objekte ziehen Blitze eben magisch an und du auf deinem Surfboard überragst so ziemlich alles im offenen Meer.