Mittlerweile geistern einige deutsche Namen durch die internationale Surfszene, am Schluss sind es aber meistens doch Kinder von deutschen Auswanderern, die das Privileg genossen haben, am Meer aufzuwachsen. Ein Landsmann der auch ohne Meer vor der Haustür den Sprung zum Surfpro geschafft hat ist Yoyo Terhorst.

Yoyo ist in München aufgewachsen und stand das erste mal als 9–jähriger auf dem Brett, mit welchem er später viele Jahre seinen Lebensunterhalt bestreiten sollte.

Er war damals in Sylt mit seinen Eltern als er die ersten Schritte machte. Als er nach München zurückkahm, begann er kurz darauf seine ersten Runden am Eisbach zu drehen. Doch die Locals waren zu wütend, die Atmosphäre zu unentspannt und so wurde für die nächsten Jahre die Floßlände im Münchner Süden Yoyos Spielplatz.

Die ersten Sponsoren

Die Münchner Surfszene war damals klein, Yoyo schätzt dass es kaum mehr als 40 Leute gewesen sein dürften. Die Jungs nahmen den dann 12–jährigen immer wieder mit auf Surftrips nach Portugal und Frankreich. Der Junge war talentiert und auf dem Surfmarkt herrschte Aufbruchsstimmung. Mit 14 klopften die ersten Sponsoren an der Tür, mit 18 unterzeichnete die Young Gun seinen ersten Pay Deal mit Chiemsee. Yoyo war im Game und das gesicherte Gehalt gab ihm die Möglichkeit auch Abseits von Eltern und Freunden ans Meer zu kommen.

Terhorst machte sich einen Namen in der Szene, es folgten weitere  Deals mit Rockstar, Bodyglove und Buster Surfboards.

Yoyo in the pocket. Gibt nicht viele deutsche Männer die das können. Auch wenn er den Eisbach vor die Haustür hatte: die Barreloptionen dort sind überschaubar. Am Ende des Artikels gibt es noch bewegte Bilder. Dranbleiben.

Mit 21 Jahren zieht es den Münchner ins Mutterland des Surfens, er arbeitet in Australien in einer Surffabrik und scored auch dort einen Sponsoren Deal. Anschließend geht es für 4 Jahre on und off nach Fuerte Ventura, danach verbringt Terhorst seine Winter hauptsächlich in Portugal, Lissabon. Er trainiert hier und genießt Land und Leute, die Sponsoren Gelder reichen so gerade um über die Runden zu kommen, für die Extras geht es auf den Messebau.

Um sich langfristig eine Perspektive zu schaffen, studiert Terhorst nebenbei im Fernstudium Sportmanagement um sich die Möglichkeit offen zu halten, irgendwann ins Sportmarketing einzusteigen. Aber alles sollte anders kommen.

Janga Wonderland Surfcamp

Yoyo bekam die Möglichkeit in Portugal ein Surfcamp zu erönffen, um genau zu sein in Figueira da Foz.
Was dieses Camp von anderen unterscheidet: Terhorst will hier eine hochwertige Surfbetreuung bieten für Surfer aller Levels.

Auch abseits vom Wasser kann im Janga Wonderland hoch professionell trainiert werden

Hier kann vom hochdekorierten Surfpro bis hin zum blutigen Anfänger jeder etwas lernen, es ist nicht nur ein Surfcamp sondern auch ein Leistungszentrum für Spitzensportler, eben ein Ort für jeden der Surfen liebt. Abseits vom Coaching im Meer gibt es Gym Training, Pooltraining, eine Wellness Area und die notwendigen Massagen um nach der Session entspannen zu können. Wen ihr wissen wollt wie es im Camp aussieht, dann besucht mal die Webseite.

Ein Blick in die Vergangenheit

Rückblickend sieht Yoyo seinen Lebensweg durchaus kritisch. Durch all die Sponsoren und den wilden Lebenstil hat er den Hang zur Realität verloren und dachte er könnte mit seinem Surfen die Welt erobern. Teilnahmen an internationalen Surfcomps erdeten den Münchner aber recht schnell.

„Am Ende sind wir alle Deutsche, die in einem Land ohne Meer geboren und aufgewachsen sind und haben insofern ganz andere Vorraussetzungen als die Surfer von der Küste. Aber es ist trotzdem schön zu sehen dass das Level von Russen, Holländern, Deutschen immer besser wird, man sollte sich auf sich selbst konzentrieren und sich nicht unterkriegen lassen. Nur am Boden sollte man bleiben. Das ist mir damals nicht immer gelungen“

Dass Yoyo aber nicht nur für einen Deutschen verdammt gut surft, belegt sein vor kurzem gedropter Edit eindrucksvoll. Anschauen ist Pflicht!!!