Surftrip–Überlebenshandbuch: Die Mücke: Massenmörder aus den Tropen

VAMPIRABWEHR

Die Anophelesmücke ist kaum größer als ein 5 Cent-Stück und trotzdem eines der gefährlichsten Tiere der Welt. Sie überträgt die Tropenkrankheit Malaria, an der jedes Jahr rund eine Million Menschen sterben. Wir* zeigen, wie du dich auch in der entlegensten Ecke Indonesiens vor den kleinen Blutsaugern schützen kannst.

Malaria Chemoprophylaxe

Das schwerste Geschütz im Kampf gegen die Krankheit. Schon vor der Ab- reise musst du die Anti-Malaria-Tabletten einnehmen und – je nach Medika- ment – auch noch einige Tage beziehungsweise Wochen nach der Rückkehr. Sie sorgen dafür, dass im Falle einer Infektion die Malariaerreger im mensch- lichen Blut abgetötet werden. Empfohlen ist diese Prophylaxe bei Aufenthalten in Malariagebiete mit hohem Übertragungspotential, wie zum Beispiel in Lombok, Madagaskar oder auf den Salomonen. Manche Wirkstoffe können die räumliche Orientierung beeinträchtigen, sind also für einen Surftrip eher ungeeignet. Allerdings gibt es eine Reihe verschiedener Medikamente mit jeweils unterschiedlichen Nebenwirkungen. Also den Arzt darauf hinweisen, dass du Sportler bist.

Standby-Therapie

In diesem Fall hast du ein Notfallmedikament dabei, das nur bei malariaverdächtigen Symptomen (z.B. Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, die mindestens fünf Tage nach Aufenthalt in einem Malariagebiet auftreten) zur Selbstbehandlung eingesetzt werden kann. Die Einnahme dieses Medikaments sollte jedoch nur dann erfolgen, wenn kein Arzt innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Beschwerden erreichbar

ist und keine Gegenanzeigen vorliegen (Packungsbeilage beachten!). Die Mitnahme dieses Medikamentes wird bei sehr kurzen Aufenthalten (zum Beispiel wenige Stunden) in Gebieten mit hohem Malariarisiko oder bei längeren Aufenthalten in Regionen mit mittlerem oder geringem Malariarisiko empfohlen.

Mückenschutzmittel

Am besten wirken Chemiekeulen wie DEET- (Diethyloluamid) oder Icaridin- Produkte, aber sie können die Haut reizen und in wenigen Fällen sogar das Nervensystem beeinträchtigen. Oft gut verträglich sind Mückenschutzmittel, die auf natürlichen Wirkstoffen wie Eukalyptusöl, Teebaumöl oder Zedernöl basieren. Ufernah können sich Mücken auch auf das Wasser oder ein Boot verirren – wer daher wirklich sicher gehen will, greift zu wasserfester Son- nencreme mit integriertem Mückenschutz.

Klimaanlage

Die meisten Mücken hassen Kälte! In einem klimatisierten Hotelzimmer bist du deshalb relativ sicher vor ihnen.

Mückennetz

Wer auf einen Low Budget-Trip ohne klimatisierte Hotels geht, kann nicht darauf verzichten. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das per- fekte Mückennetz mit Anti-Mückenmittel imprägniert, besteht aus Kunststoff und hat eine Maschengröße von zwei Millimetern – so zirkuliert die Luft am besten und die Malariamücke kann nicht in den Netz-Innenraum eindringen.

Mückenstecker

Wir waren skeptisch, aber unsere Expertin hat sehr gute Erfahrungen da- mit gemacht! Die Geräte erzeugen einen Ultraschallton, der den Klang einer fliegenden männlichen Mücke nachahmt und somit die weiblichen Stechmü- cken fernhält. Den Stecker so nah wie möglich am Schlafplatz anbringen!

Knoblauch

Indo-Experte und Pro-Surfer Timmy Turner vertraut diesem Hausmittel: „Es macht dein Blut für Mücken ungenießbar. Einziger Nachteil: Deine Freunde werden dich meiden.“ Tropenmediziner halten von diesem natürlichen Mückenschutz wenig, denn was bei der einen Mücke hilft, ist bei der anderen oft völlig wirkungslos.

* Expertenrat holten wir uns von der Tropenmedizinerin Dr. Susanne Pechel, die auf der nächsten Seite zudem erklärt, wie gefährlich Malaria wirklich ist.

Auf der nächsten Seite kommt benannte Dr. Susanne Pechel zu Wort