…Marc Piwko. Damit hatte bei der Surf DM 2015 wohl niemand gerechnet und am wenigsten Marc selbst.

„Mein Ziel waren die Top 10, dann war ich plötzlich im Final und jetzt bin ich Erster. Das ist natürlich Wahnsinn!“, freute sich der Kölner Sportstudent. Während Kelly Slater & Co. beim Quik Pro, der zur gleichen Zeit nur etwa 20 Kilometer entfernt stattfand, mit Jetski-Assistance ihre Heats bestritten, musste sich die Crème de la Crème der deutschen Surfszene jede Welle hart erkämpfen. Bei drei bis vier Meter hohen Brechern und starker Strömung war es nicht leicht, im Lineup den Überblick zu behalten. Am Ende gelang das Marc Piwko am besten: Mit seinem radikalen und kompromisslosen Surfstil holte sich der Underdog den ersten Platz und den Titel des deutschen Meister 2015 in der Open Class der Männer, gefolgt von Tobias Schröder, Severin Clasen und Jonas Bronnert.

Der deutsche Meister im Wellenreiten 2015: Mark Piwko
Der deutsche Meister im Wellenreiten 2015: Marc Piwko. Foto: A. Johannes Wyneken

„Mein Ziel waren die Top 10, dann war ich plötzlich im Final und jetzt bin ich Erster. Das ist natürlich Wahnsinn!“

Bei den Longboardern konnte sich der Kieler Adrian Siebert seinen dritten Meistertitel in Folge sichern. Vor dem Final-Heat gab er zu: „Das sind eigentlich nicht meine Bedingungen und es wird sicher nicht leicht da draußen.“ Er und Tobias Schröder lieferten sich dann auch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen, aber am Ende überzeugte Adrian mit seinem einzigartigen Style und vielseitigen Manövern. Dritter wurde Arne Bergwinkl, gefolgt von Chris Landrock.

Der deutsche Meister im Longboarden, Adrian Siebert.
Adrian Siebert wird zum dritten Mal deutscher Meister im Longboarden! Foto: A. Johannes Wyneken

Deutsche Meisterin 2015 in der Open Class Women darf sich nun Laura Nickel nennen, die sich gegen ihre Konkurrentinnen Mascha Trietsch, Judith Lüdenbach und Selina Kerscher durchsetzen konnte. Mascha dürfte über ihren zweiten Platz aber nicht allzu enttäuscht gewesen sein, schließlich gewann sie die Klasse der Longboard Women – mit dem Board ihres Vaters! Zweite wurde Lea Fröschle, knapp gefolgt von Nele Vogelmann.

Bei den Junioren (bis 18 Jahre) setzte sich Gilles Noah Rese vor Tim Elter und Tomás Weyerhäuser Moriz durch. Deutsche Juniorenmeisterin 2015 ist seit gestern Rosina Neurer, die Janina Zeitler und Jo-Jo Alpers auf die Plätze zwei und drei verwies.

Die Cadet-Klasse (bis 16 Jahre) entschied Lenni Jensen für sich. Bei den Senioren ging der Titel an Tim Surtmann, während sich Andreas Barkowski in der Master-Klasse durchsetzte.

Lenni Jensen mit dem Score des Tages.
Der erst 16-jährige Lenni Jensen holte sich einen der höchsten Scores des Tages. Foto: A. Johannes Wyneken

Die Surf DM 2015 im Schnelldurchlauf:

Gesurfte Wellen: 945

Highest Score: 8,33 Punkte – bekamen sowohl Lenni Jensen (erst 16 Jahre alt!) als auch Jonas Bronnert (surfte mit nur 50% Sehkraft!)

Pechvogel der Woche: Arne Bergwinkl – der seinen Heat in der Open Class Men verpasste, weil er zu lange freesurfen war!

Performance des Tages: Die lieferte Tobias Schröder ab, der sich am letzten Tag der DM nicht nur ins Longboard-, sondern auch ins Open Class-Finale surfte! Insgesamt sechs Heats, macht drei Stunden Contestsurfen, und das bei drei Meter Wellen.

Zitat des Tages: „Okay that was fucked: Result of the morning – one broken board and a Round 1 exit. Well, good luck everyone at the Surf DM.“ – Der deutsche Meister 2011, Alex Tesch, auf seiner Facebook-Seite, nachdem er bereits in Runde 1 ausschied.

Superhuman-Power-Award: Adrian Siebert, der vor dem Longboard-Finale mit einem halben Liter Kronenburg gesichtet wurde und trotzdem (oder deshalb) gewann.

Alle Ergebnisse und Bilder gibt es hier: www.surfdm.de