Die 3 gefährlichsten Situationen?

Mal abgesehen vom Straßenverkehr gab es bisher nur eine Situation, in der ich wirklich Angst hatte: Als ich Onitsha in Nigeria durchqueren musste und von einem wütenden Mob empfangen wurde! Onshita gilt als eine der gefährlichsten Städte Nigerias, dementsprechend bin ich schon mit eine, mulmigen Gefühl auf der dreispurigen Autobahn in die Stadt hineingefahren. Als ich gerade mit hundert Sachen um die Kurve komme, sehe ich, dass die gesamte Straße voll mit unzähligen Männern ist, die panisch durcheinander rennen. Keine Polizei, kein Militär, nichts in Sicht, was die Situation unter Kontrolle bringen und mich schützen könnte. Der Grund für den wütenden Mob ist ein LKW, der nur wenige Minuten zuvor ein Massaker angerichtet hatte. Die Straße ist voller Blut, vermischt mit Glas und Autowracks. Wie viele Tote unter dem Wrack des LKWs in der Grube neben der Straße lagen, möchte ich gar nicht wissen. Ich habe genau drei Sekunden, um mich zu entscheiden und beschließe, mich mehr oder weniger bewusst zwischen den anderen Autos einzuordnen. Mein Puls schlägt wie verrückt. Fenster und Türen sind geschlossen, der Kopf gesenkt. Am Ende war ich heilfroh, dass mir nichts passiert ist und ich den Mob ohne Probleme passieren konnte.

Es muss nicht immer ein 50-Euro-Fußball sein, ein paar Stoffreste tun es auch...
Es muss nicht immer ein 50-Euro-Fußball sein, ein paar Stoffreste tun es auch…

Die 3 wichtigsten Überlebenstipps?

1. Intuition! Dem richtigen Menschen zu vertrauen kann die Offenbarung deines Lebens sein, dem falschen das Ende.

2. Gute Laune! Auch wenn du innerhalb von wenigen Stunden zum dreißigsten Mal von der Polizei angehalten wirst, solltest du sie nicht verlieren und immer lächeln!

3. Zwischen den Zeilen zu lesen! Du erkundigst dich zum Beispiel bei einem Beamten nach dem Zustand der Straße und er antwortet: „The road is okay“, aber nicht ohne auf meinen 4×4 Pajero zu zeigen und hinzuzufügen: „With this car no problem.“ Okay sind Straßen prinzipiell dann, wenn sie passierbar sind. Passierbar heißt nicht asphaltiert und schlecht in Stand gehalten, man sollte immer vom Schlimmsten ausgehen. Mehr Sorge sollte einem jedoch sein Nachtrag bezüglich des Pajeros machen, denn damit meint er, dass die Straße für ein normales Auto (Zweiradantrieb) ein Problem ist. Eine Straße, die aus Sicht der meisten Afrikaner für ein normales Auto schlecht passierbar ist, ist ein wirklich schlechtes Zeichen.

Ein Vierradantrieb ist ein Muss in Afrika – zumindest wenn man so entlegene Spots wie Skeleton Bay ansteuern möchte.
Ein Vierradantrieb ist ein Muss in Afrika – zumindest wenn man so entlegene Spots wie Skeleton Bay ansteuern möchte.

Die 3 schönsten Orte?

1. Pays Dogon/ Mali: Der vielleicht magischste Ort der Welt. Wer die Zeit und den Willen mitbringt, kann in eine vergessene Märchenlandschaft eintauchen, die sich seit tausenden Jahren kaum verändert hat.

2. Sahara, Westsahara/ Mauretanien: Der vielleicht beste Ort der Welt zum Entschleunigen. Ihre Weite und Vielseitigkeit haben eine ganz besondere Auswirkung aufs Gemüt.

3. Tundavala/ Angola: Die bisher beste Aussicht auf meiner Reise. Eine unendlich lange und 1000 Meter hohe Klippe, die der Scheidepunkt der trockenen Tiefebene und grünen Hochebene im Süden Angolas ist.

Auf der nächsten Seite verrät Carlo, wo es ihm überhaupt nicht gefallen hat und was man in Afrika auf keinen Fall tun sollte.