Diese Geschichte ist real. Die Namen sind frei erfunden.

DIE TUKTUK-MAFIA DER PEANUT FARM

Die Geschichte der TUKTUK-MAFIA DER PEANUT FARM spielt in der heutigen Zeit, im Spätsommer. Ein emotionales Abenteuer. Die Leben der Figuren sind sehr unterschiedlich. Alle Charaktere haben verschiedene Einstellungen, Vorstellungen und Eigenschaften. Ihre Grundbedürfnisse sind jedoch dieselben. Dazu zählen: Surfen, Abenteuer, Erlebnis und eine gemeinsame geile Zeit.
Nina, 31 Jahre, studiert Medienwirtschaft und startet zusammen mit ihrem Freund, Sven, 29 Jahre, das Abenteuer: einen Surftrip auf die asiatische Insel Sri Lanka. Auf ihrer Reise erleben sie viele gemeinsame Stunden im Wasser beim Surfen und teilen diese Freude miteinander. Im Süden Sri Lankas erleben sie gemeinsam eine tolle Zeit mit vielen Wellen. Später, in Arugam Bay, lernen sie Julian, 28 Jahre, Lehramtsstudent, und Anne, 30 Jahre, Zahnmedizinerin, kennen. Auf Anhieb verstehen sich die vier und surfen sozusagen auf einer gemeinsamen Welle. Julian ist sehr ehrgeizig. Optisch erscheint er wie ein typischer Surfer. Seine Leidenschaft gilt dem Surfen. Seine Freundin Anne war sofort überzeugt von dem Vorschlag, Urlaub in Sri Lanka zu machen, obwohl sie nicht surft.

Das Budget beider Paare ist klein, aber die Lust auf das Meer, die Wellen und eine geile Zeit umso größer. Der Weg ist das Ziel. Denn die Ziele sind spontan, dort wo es den Freunden gefällt. Genächtigt wird in einheimischen Hütten, sie sind jung, sie sind frei, sie sind bereit für ihre Leidenschaft, das Surfen, günstig zu schlafen. Eine Woche vergeht wie im Flug. Sie surfen jeden Tag und genießen das Leben in der Natur. Alles unter freiem Himmel, in der Sonne am Strand. Abends trinken sie Bier oder gehen auf kleine Partys. Nicht selten die ganze Nacht, bevor sie sich mit der Dämmerung über die Düne kämpfen, um leidend den Kater in den Wellen zu ertänken.

Zusammen im Wasser zu sitzen, ist für sie das Größte. Bis auf Anne surfen alle auf einem ähnlichen Niveau. Sie pushen und motivieren sich gegenseitig. Jede Welle wird gefeiert, jeder Waschgang ebenso. Paddelt einer los, wird er von den anderen angefeuert. Misslingt der Ritt, ist das Gelächter ebenso groß. Abends beim Essen werden ihre Meisterleistungen neu aufgelebt. Danach auf in die Nacht zu neuen Heldentaten. Sie suchen jede Gelegenheit, surfen fast täglich an anderen Spots, immer da, wo die Wellen am besten sind und genießen den Spaß und die Leichtigkeit des Lebens. Zu den Spots fahren sie täglich mit einheimischen TukTuk-Fahrern. Sie lassen sich dazu zu verschiedenen Spots fahren und entscheiden sich anschließend für den Besten an diesem Tag. An den Abenden lassen sie sich wieder abholen.

Nach einigen Tagen kommt der sparsamen Nina, die immer auf der Suche nach Sparmaßnahmen ist, die Idee, selbst ein TukTuk zu mieten, um nicht mehr auf andere angewiesen zu sein und die täglichen Rupien für die Fahrten zu sparen. Total motiviert begibt sie sich auf die Suche und klappert die Straße in Arugam Bay mit seinen vielen Geschäften ab. Sie fragt überall nach der Möglichkeit, ein TukTuk zu leihen, wird aber vorerst von allen abgewiesen. In einem Schneidergeschäft findet sie einen jungen und hilfsbereiten Einheimischen, der sie an einen alten Mann mit unglaublich schlimmen Zähnen weitervermittelt. Er hat tatsächlich ein TukTuk, welches derzeit nicht genutzt wird, und ist bereit, es ihr zu einem super Preis zu leihen. Allerdings mit der Voraussetzung: Nina muss in die TukTuk-Fahrschule. Sofort geht es los. Er erklärt ihr geduldig die Fahreigenschaften und Regeln im Straßenverkehr von Sri Lanka. Dass drei Surfboards auf dem Dach verboten sind, verschweigt der alte Mann leider. Anschließend muss sie selbst ans Steuer. Nach über einer Stunde einparken, rückwärtsfahren und Theorie beschließt der alte Mann, dass sie  am nächsten Morgen zu Sonnenaufgang wiederkommen muss, um bei weniger Verkehr Langstreckenfahrten zu üben. Er meint, nun sei sie bei 60%, bei 90% könne er ihr das TukTuk anvertrauen.
Die Fahrschule am nächsten Morgen läuft gut und sie erhält das TukTuk mit allen Papieren. Fahrzeugscheine und Ersatzreifen sind gecheckt und los geht die Fahrt mit ihren drei Freunden zur Peanut Farm, ihrem Surfspot für diesen Tag. Nach einem langen und tollen Surftag laufen die Vier zurück zu ihrem TukTuk auf den Parkplatz. Schnell sehen sie, dass der Vorderreifen keine Luft mehr hat. Alle Einheimischen, die an ihren TukTuks auf Mitfahrer warten, wissen angeblich von nichts. Sie wirken sehr erstaunt, aber auf eine sehr gespielte Art und Weise. In den nächsten 30 Minuten spielt sich eine theaterreife Szene ab. Der Ersatzreifen hat ebenfalls keine Luft mehr, die Ventile sind sauber und deuten eindeutig auf eine Manipulation hin. Natürlich sind die vier Freunde auf die Einheimischen angewiesen und dürfen diese böse, aber wahre Vermutung nicht äußern. Es wird immer dunkler und dunkler. Bei Nacht ist diese Schotterstraße mit Schlaglöchern unmöglich zu fahren. Ebenso erscheinen bei Nacht die Elefanten aus der Gegend. Alle behaupten, sie hätten keinen Ersatzreifen. Obwohl jedem der vier Freunde klar ist, dass vermutlich jeder der Anwesenden einen Ersatzreifen unter seinem TukTuk-Sitz hat. Anne, die immer etwas ängstlicher als die anderen ist, beginnt zu weinen. In ihr steigt Panik auf. Julian und Sven, die beiden Draufgänger, scherzen anfangs und verstehen den Ernst der Lage nicht. Nina versucht, die Situation zu retten. Sie fragt die Einheimischen nach einem Mobiltelefon, um den alten Mann anzurufen. Nachdem erst jeder behauptet, kein Handy zu besitzen, ist schließlich doch einer bereit. Der alte Mann, ohne Fahrmöglichkeit, versucht nun jemanden zu finden, der kommen kann, um den Freunden mit einem Ersatzrad zu helfen.

Nachdem die Einheimischen merken, dass Anne weint und immer mehr Angst bekommt, hat nun doch einer einen Ersatzreifen und hilft, diesen zu wechseln. Mittlerweile ist es dunkel. Aber alle sind erleichtert, nun endlich nach Hause fahren zu können. Sie schnallen die Boards auf das Dach, steigen in das TukTuk, drehen den Schlüssel um, aber das TukTuk springt nicht an. Weder Licht noch der Motor funktionieren. Als sie sich das Fahrzeug genauer ansehen, stellen sie fest, dass sämtliche Kabel heraushängen. Natürlich will keiner der Einheimischen etwas bemerkt haben. Sie machen den Freunden Angst, wie gefährlich es doch wäre, ein eigenes TukTuk zu mieten, bei den Straßen und den Tieren. Weitere 20 Minuten um Hilfe bettelnd vergehen, bis endlich jemand die Kabel der Elektrik wieder anschließt und der Motor angeht. Das Licht jedoch bleibt aus. Ein TukTuk nach dem anderen verlässt den Parkplatz. Keine Hilfe des alten Mann in Sicht.

Die Vier beschließen, ohne Licht und in der mittlerweile völligen Dunkelheit den langen Weg zu fahren. Dort zu übernachten, steht nicht zur Debatte. Kurz vor Arugam Bay hält sie plötzlich ein Motorradfahrer an. Zunächst steigt Panik in ihnen auf, sie denken, es ist die Polizei. Aber der Motorradfahrer weist sie nur darauf hin, dass sie ohne Licht fahren. Ja, das wissen sie. Auf seinem Motorrad sitzend und während beide Motoren laufen, langt er im Inneren des TukTuk oben in einen Spalt und kurz darauf funktioniert das Licht. Die Freunde sind begeistert und fragen, woher er das wusste. Seine Antwort: Es ist sein eigenes TukTuk, er hat es zufällig erkannt. Da hat ihnen der alte Mann wohl das TukTuk eines anderen geliehen. Lustig. Aber gut, mit Licht weiter nach Hause fahren zu können. Nur ein paar Minuten später werden sie erneut von einem Motorradfahrer angehalten. Dieses Mal ist es jedoch wirklich die Polizei, die sie über ihr ‘Verbrechen’ aufklärt, mit drei Surfboards auf dem Dach des TukTuks zu fahren. Vier Fahrer sind erlaubt, aber nur zwei Surfboards. Eine verrückte Welt. Ein weitere TukTuk-Mafiaidee, um bei drei Surfern zwei TukTuks vermieten zu können. Einige Bündel Rupien ärmer kommen sie endlich bei ihrer Hütte an.
Mitten in der Nacht sucht sie noch ein anderer Einheimischer auf, um von ihnen sehr viel Geld für den Ersatzreifen zu verlangen. Leider kommt er, nachdem sein Vorhaben der Forderung nicht zu funktionieren scheint, einige Zeit später mit drei Freunden und mit Messern zurück. Sie wollen richtig Ärger machen wegen eines ausgeliehenen Ersatzreifens, mit dem die Freunde 15 Kilometer gefahren sind. Warum auch immer und wie auch immer er ihre Adresse rausgefunden hat. Das und viele andere Dinge werden wohl nie geklärt werden. Sie händigen ihm schließlich das Geld aus, einfach um ihre Ruhe zu haben. Das TukTuk geben sie am nächsten Tag schweren Herzens zurück, obwohl es ihnen Riesenspaß gemacht hat, damit zu fahren. Aber die TukTuk-Mafia von Arugam Bay war ihnen auf Dauer doch zu gefährlich und unberechenbar. Die Drohungen, was passiert, wenn sie weiter ihr eigenes TukTuk verwenden, waren zu ernst. Der ganze Ort kannte sie und wusste von der Geschichte.

Sri Lanka ist und bleibt, trotz der TukTuk-Mafia, ein super Land. Wir kommen wieder, und bis dahin ist die Geschichte sicher vergessen!

– ENDE –